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Samstag, 6.10.2012

«SlutWalk» gegen Schuldzuweisung an die Opfer

In Genf wie in anderen europäischen Städten fand am Samstag ein so genannter «SlutWalk» statt. Die teilnehmenden Frauen machen darauf aufmerksam, dass Opfer sexueller Gewalt keine Schuld tragen — unabhängig davon, wie sie angezogen waren.

In Genf demonstrierten Frauen dafür, dass Prävention vor sexueller Gewalt bei den Tätern ansetzen sollte, nicht bei den Opfern. (Keystone)

Am ersten so genannten «SlutWalk» in der Schweiz haben am Samstag in Genf rund 200 Frauen teilgenommen. Die von Kanada ausgehende Bewegung der «Sluts» (Schlampen) prangert sexuelle Gewalt gegen Frauen an.

Einige der mehrheitlich jungen Demonstrantinnen erschienen in provokativer Aufmachung. «Ich bin eine Schlampe - aber nicht die Deine», war auf Plakaten zu lesen.

«Sagt mir nicht, wie ich mich zu kleiden habe», hiess es auf anderen, oder «2012 - immer noch mit den Augen vergewaltigt». In der Nähe der «Usine» fanden im Anschluss an die Demonstration eine Burleske-Show sowie ein Konzert statt.

Nichts rechtfertigt Vergewaltigung
Mädchen und Frauen müssten die Freiheit haben, sich so zu kleiden, wie sie es wünschten, und frei über ihren Körper bestimmen können, sagte Olga Baranowa vom Schweizer SlutWalk-Komitee. Nichts rechtfertige eine Vergewaltigung, sagte sie. Die Verdächtigungen, denen sich Opfer sexueller Gewalt häufig ausgesetzt sähen, seien unerträglich.

Polizist trat ins Fettnäpfchen
Auslöser der Protest-Paraden in Städten weltweit war vor einigen Monaten der Auftritt eines Polizisten an einer Universität in Kanada. Er riet Frauen, sich nicht wie «Schlampen» anzuziehen, wenn sie nicht Opfer sexueller Gewalt werden wollten.

Einige Studentinnen gingen danach empört auf die Strasse. Die Aktion nannten sie «SlutWalk». Über soziale Netzwerke im Internet verbreiteten sie ihre Idee. (lin, sda)

 

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