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Dienstag, 9.10.2012

Julius Bär will gegen 1000 Stellen streichen

Die Bank Julius Bär startet einen Stellenabbau. Dieser erfolgt wegen der geplanten Übernahme des Vermögensverwaltungsgeschäfts von Merrill Lynch ausserhalb der USA. Von den rund 5700 Arbeitsplätzen beider Institute soll rund jeder Fünfte gestrichen werden.

Die Bank Julius Bär plant, gegen 1000 Stellen zu streichen. Sie will nach der Übernahme der Vermögensgeschäfte von Merrill Lynch alle Geschäfte aus den roten Zahlen holen. (Keystone Archiv)

Privatbank Julius Bär will 1000 Stellen abbauen

Julius Bär will die Kosten reduzieren - und nach der Übernahme des Vermögensverwaltungsgeschäfts von Merrill Lynch bis zu 1000 Arbeitsplätze streichen. Welche Standorte betroffen sind, ist noch offen.

Beitrag aus Rendez-vous vom Dienstag, 9.10.2012, 12.30 Uhr, DRS 1, DRS 2, DRS 4 News und DRS Musikwelle

Die Bank Julius Bär baut nach der Übernahme des ausseramerikanischen Vermögensverwaltungsgeschäfts von Merrill Lynch radikal Stellen ab. Von den rund 5700 Arbeitsplätzen beider Institute sollen zwischen 850 und 1030 gestrichen werden.

Ziel sei es, das bislang unrentable Vermögensverwaltungsgeschäft ausserhalb der USA von Merrill Lynch in die schwarzen Zahlen zu führen, teilte Julius Bär am Dienstag mit. Es zählt knapp 2100 Arbeitsplätze. Julius Bär verfügt über rund 3600 Mitarbeitende. Der geplante Abbau entspricht 15 bis 18 Prozent der Stellen.

Welche der über 50 Standorte wie vom Abbau betroffen sein werden, blieb offen. Ein Sprecher von Julius Bär verwies auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda darauf, dass die Akquisition vor allem das Geschäft ausserhalb der Schweiz ergänze. Anpassungen seien vor allem dort geplant, wo Überlappungen bestehen.

Überlappungen an 12 Standorten
Konzernchef Boris Collardi hat bereits im August bei Ankündigung der Übernahme darauf hingewiesen, dass Überlappungen an 12 Standorten entstünden. Konkret sind das Genf, Paris, London, Mailand, Monaco, Grand Cayman, Santiago de Chile, Montevideo, Tel Aviv, Dubai, Singapur und Hongkong.

In Genf beschäftigt Merrill Lynch rund 220 Angestellte. Viele Funktionen werden von Genf nach Zürich verlegt beziehungsweise zusammengelegt», sagte Collardi Ende August in einem Interview mit der «SonntagsZeitung».

Synergien nutzen will Collardi vor allem bei den allgemeinen Unternehmenskosten und im Back-Office, also etwa bei der Informatik, der Buchhaltung oder der Rechtsabteilung. Bei den Kundenberatern sehe er dagegen kaum Überlappungen, sagte Collardi.

Das betroffene Geschäft von Merrill Lynch zählt gut 500 Kundenberater. Bis im Jahr 2015 soll das transferierte Geschäft auf ein Verhältnis von Kosten zu Einnahmen (Cost/Income-Ratio) von rund 70 Prozent kommen. Für das erste Halbjahr war die Rate auf 110 Prozent beziffert worden.

Rekord bei verwalteten Vermögen
Die Transaktion soll sich im Jahr 2014 zumindest neutral auf den Gewinn von Julius Bär pro Aktie auswirken und für 2015 einen Zuwachs von 15 Prozent bringen.

Julius Bär hatte die Übernahme Mitte August angekündigt. Von der US-Bank sollen Vermögen von 57 bis 72 Milliarden Franken integriert werden können. Der Kaufpreis beträgt 1,2 Prozent davon, also voraussichtlich zwischen 680 und 860 Millionen Franken.

Hinzu kommen Integrationskosten von 312 Millionen Franken. Zur Finanzierung des Deals ist unter anderem eine Kapitalerhöhung geplant, deren Details am Montag bekannt gegeben wurden.

Bei Julius Bär sind die verwalteten Vermögen auf ein Rekordhoch gestiegen, wie die Bank weiter mitteilte. Ende August betrugen sie 184 Milliarden Franken. Das seien 8 Prozent mehr als Ende 2011. (basn;prus, sda)

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