Glarner Bauern in der Nebenrolle
Kühe am Klöntalersee: Viele Glarner Bauern brauchen die Alpwirtschaft, um überleben zu können. (key)
Im kommenden Jahr soll im Kanton Glarus die Gesetzgebung für die Landwirtschaft revidiert werden. Dies deshalb, weil die Glarner Landwirtschaft Reformen nötig hat - die betrieblichen Bedingungen hinken dem Standard anderer Kantone teilweise hinterher. Der Bauernstand hat mit seinem Anliegen aber keinen leichten Stand - den Bauern fehlt im Kanton Glarus die Lobby.
Glarus, ein Industriekanton
Dass die Bauern keine Lobby haben, ist kein Zufall. Schon früh ist im Glarnerland die Wasserkraft genutzt worden. Entsprechend hat sich hier die Industrie stark entwickelt. Zudem fehlt im Bergkanton genügend Land - auch deshalb konnte sich hier die Landwirtschaft nicht wie in anderen Kantonen etablieren. Die Bauern haben hier ihre Höfe oft nur im Nebenerwerb bewirtschaftet und haben in der Industrie gearbeitet. Auch heute müssen noch viele Glarner Landwirte einem Nebenerwerb nachgehen.
Keine Lobby - ein Handicap
Nicht nur der Kanton Glarus will die Gesetzgebung für die Landwirtschaft revidieren. Auch der Bund will seine Subventionspolitik ändern. Unter anderem will er die Landschaftsqualität verbessern. Diese Gelder erhalten die Bauern aber nur, wenn auch der Kanton in die Tasche greift. Befürwortet die Landsgemeinde die Revision, kommen jährliche Mehrausgaben von über einer Million Franken für die Landwirtschaft auf den Kanton zu. Und gerade weil die Glarner Bauern über keine Lobby verfügen, ist noch offen, ob die Landsgemeinde der Änderung und den damit verbundenen Kosten tatsächlich zustimmen wird. (wehm)
