EADS und BAE blasen Fusion ab
Die Die Firma Eurocopter bleibt eine 100prozentige Tochter von EADS, die Fusion mit BAE kommt nicht zustande. (Reuters)
Die geplante Fusion von EADS und BAE Systems ist endgültig gescheitert. Die Pläne würden nicht weiterverfolgt, teilten EADS und Britisch Aerospace mit. Beide Unternehmen hätten an die industrielle Logik der Verbindung geglaubt, heisst es in der Pflichtmitteilung. Es sei aber deutlich geworden, dass die Interessen der beteiligten Parteien nicht in Einklang gebracht werden konnten.
Berlin war gegen die Fusion
Ein EADS-Sprecher machte später Deutschland für das Scheitern der Fusion mit BAE Systems verantwortlich. Die deutsche Regierung habe ihre Ablehnung des Zusammenschlusses nicht begründet, die Regierungen in London und Paris seien dafür gewesen, sagte er.
Die britische BAE teilte mit, es werde keinen neuen Anlauf für eine Fusion geben, solange sich das politische Umfeld nicht geändert habe. Auch der britische Rüstungskonzern sprach von Problemen mit der deutschen Regierung.
Deutschen EADS-Standorten gehts besser ohne Fusion
Der deutsche Koordinator für Luft- und Raumfahrt, Peter Hintze (CDU), begrüsste denn auch das Scheitern der Fusion. «Ich bin davon überzeugt, dass EADS seine Stärken am besten selbstständig auf dem Weltmarkt zur Geltung bringen kann», sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium der Deutschen Presse-Agentur DPA.
«Davon profitieren auch die deutschen EADS-Standorte und die mittelständischen Zulieferer. Die Technologienation Deutschland hat ein originäres Interesse daran, dass Forschung, Entwicklung und industrielle Produktion bei uns stark bleiben.»
Die Chefs zeigen sich enttäuscht
«Es ist natürlich schade, dass wir keinen Erfolg hatten, aber ich bin froh, dass wir es versucht haben», schrieb EADS-Chef Tom Enders in der Mitteilung. Er sei zuversichtlich, dass EADS seinen internationalen Wachstumskurs weiter fortsetzen werde. BAE-Chef Ian King schrieb, er sei enttäuscht, dass die Fusion nicht komme.
Berlin und Paris konnten sich nicht einigen
Bereits am Dienstag war aus informierten Kreisen verlautet, dass der Milliarden-Deal nicht über die Bühne gehen werde. Schon zuvor hatte es massive Bedenken in der Politik gegen eine Fusion der beiden Konzerne zum weltgrössten Branchenunternehmen gegeben. Grösster Streitpunkt war der staatliche Einfluss, den sich Deutschland und Frankreich sichern wollten.
Deutschland und Frankreich verfügen direkt und indirekt über jeweils gut 22 Prozent der EADS-Anteile, die deutschen Interessen nimmt dabei der Autokonzern Daimler wahr. Bei BAE Systems sind keine Staaten direkt oder indirekt Grossaktionäre. Kritik an der geplanten Rüstungsehe war zuletzt aber auch vom BAE-Grossaktionär Invesco gekommen. (pet, sda/dpa)
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