Coca-Colas Europa-Holding zieht nach Zug
Die weltweit wohl bekannteste Marke verlegt den Rechtssitz ihres Europa-Geschäfts nach Zug. (Keystone)
Ein harter Schlag für Griechenlands Wirtschaft: Das grösste Unternehmen des Landes verlegt seinen Rechtssitz in die Schweiz, nach Zug. In Zukunft werden die Aktien an der Londoner Börse gehandelt. In der Schweiz wird die Firma HBC AG heissen.
Die Verlagerung zur grössten europäischen Börse spiegle den internationalen Charakter der Firma besser wider, lautete die Begründung von Coca Cola Hellenic (CCH). Tatsächlich sind die meisten Investoren des zweitgrössten Coca-Cola-Abfüllers der Welt keine Griechen mehr.
Tiefere Steuern
Branchenbeobachter werteten den Umzug dennoch in erster Linie als schlechtes Signal für Griechenland. CCH hatte sich über höhere Steuern beschwert, die die Regierung in Athen im Zuge der Sparmassnahmen zur Bekämpfung der Schuldenkrise erliess.
Dass die Firma nach Zug zieht und nicht nach London, wo die Aktien gehandelt werden, hat wohl damit zu tun, dass in London Holdings mehr Steuern bezahlen müssen.
In die Schweiz wird nur der Rechtssitz – und ein Teil der Konzernleitung, namentlich der CEO – mit einer Handvoll Mitarbeiter verlegt. Das ganze Backoffice der Holding bleibt vorläufig in Griechenland.
Nettogewinn von 330 Millionen
Der US-amerikanische Getränkekonzern Coca-Cola ist mit 23 Prozent an CCH beteiligt. Im vergangenen Jahr erzielte Coca Cola Hellenic bei Umsätzen von 6,85 Milliarden Euro einen Nettogewinn von 330 Millionen Euro. Das Unternehmen füllt Cola und andere Getränke in 28 Ländern ab. Auch der Schweizer Ableger von Coca Cola ist Teil von CCH.
Die Aktien der CCH-Aktionäre sollen in solche der Coca Cola HBC AG getauscht werden, wie der Konzern mitteilte. Die Coca Cola HBC AG hat ihren Sitz in Zug. Nach dem Delisting in Griechenland will das Unternehmen dann über eine Sekundär-Notierung an die Athener Börse zurückkehren. (drs, lin, sda)
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