IWF-Staaten umschiffen Griechenland-Frage
IWF-Direktorin Christine Lagarde will rasch Massnahmen einleiten. (Reuters)
Von Wirtschaftsredaktorin Maren Peters
Der grosse Showdown ist ausgeblieben. Dabei hatten sich IWF-Direktorin Christine Lagarde und der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble noch vor zwei Tagen in den Haaren gelegen. Auslöser war der Vorschlag Lagardes, den Griechen zwei Jahre mehr Zeit für die Umsetzung der Reformen zu geben. Schäuble wollte davon nichts wissen.
Am Ende der Tagung wurde das sensible Thema sorgfältig umschifft. Christine Lagarde sagte nur sehr allgemein: Das Tempo und die Art von Reformen müsse von Land zu Land entschieden werden.
Soweit ist auch Wolfgang Schäuble einverstanden. Der deutsche Finanzminister bekräftigte aber noch einmal seine Position, dass es bei Griechenland jetzt erst einmal darum gehen müsse, das zweite Hilfspaket im Umfang von 31,5 Milliarden Euro auf den Weg zu bringen.
Entscheidung nächste Woche
Ob diese Tranche ausgezahlt wird, darüber streitet die Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und EZB noch. Denn die Griechen hinken bei den Reformen hinterher. Der Entscheid fällt nächste Woche. Erst dann sei es an der Zeit, über mehr Zeit für Griechenland zu diskutieren, sagte Schäuble.
Im Übrigen, sagte er, seien die Europäer gar nicht so schlecht in der Umsetzung der Reformen, das sei ihm hier in Tokio immer wieder gesagt worden. Damit kann er allerdings die Umsetzung der wichtigsten Reform gemeint haben: die europäische Bankenunion.
Während EU-Währungskommissar Olli Rehn sich zuversichtlich zeigte, dass das Riesenprojekt ab Anfang kommenden 2013 laufen kann, erwartet EZB-Chef Mario Draghi dies erst ein Jahr später. Aber ob sie nun 2013 käme oder ein Jahr später sei nicht entscheidend, sagte er. Hauptsache, sie komme überhaupt. Und daran bestehe kein Zweifel.
Wenig Ergebnisse
Viele Worte, Mahnungen hier und Versprechen da - substanzielle Ergebnisse hat diese Jahrestagung von Währungsfonds und Weltbank nicht gebracht. In Sachen Eurokrise richten sich die Augen bereits auf den EU-Gipfel Ende kommender Woche. Hier wird dann tatsächlich entschieden, wie es weitergeht mit Griechenland. (fors)
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