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Samstag, 20.10.2012

Wütende Proteste nach Terroranschlag im Libanon

Nach dem verheerenden Terroranschlag mit acht Toten im Libanon werden Rufe nach einem Rücktritt der von der Hisbollah gestützten Regierung immer lauter. Landesweit gingen am Samstag zum nationalen Tag der Trauer insbesondere in den von Sunniten dominierten Regionen Menschen auf die Strasse.

In Beiruts Strassen wird der Anschlag verurteilt. Aufgebrachte Demonstranten zünden zum Protest Container und Autoreifen an. (Keystone)

Wütendes Volk nach Anschlag im Libanon

Beitrag aus Echo der Zeit vom Samstag, 20.10.2012, 18.00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News

Nach dem Mord an einem syrien-kritischen Geheimdienstgeneral hat die libanesische Regierung am Samstag ihren Rücktritt angeboten. Auf Bitten vom Präsident Michel Suleiman bleibe die Ministerrunde für eine Übergangszeit im Amt, teilte Ministerpräsident Nadschib Mikati mit.

Die Menschen im Libanon sind aufgebracht. Demonstranten zündeten Reifen an. Geschäfte und Schulen blieben geschlossen, an allen Regierungsgebäuden wehten die Fahnen auf halbmast.

Bei der Explosion einer Autobombe im christlichen Viertel Aschrafijeh waren am Vortag acht Menschen getötet und mehr als 80 verletzt worden. Die gewaltige Explosion erschütterte eine enge Strasse. In mehreren Strassenzügen wurden Türen und Fenster zerstört, Balkone wurden von Wohnhäusern gerissen und Autos durch die Luft geschleudert.

Syrien im Verdacht
Unter den Toten ist auch General Wissam al-Hassan, ein Sunnit und hochrangiger Funktionär des libanesischen Geheimdienstes, dem dieser Anschlag nach Ansicht von Beobachtern galt. Al-Hassan stand der anti-syrischen Zukunftsbewegung des Oppositionspolitikers Saad Hariri nahe.

In der Nähe des Anschlagsorts befindet sich auch das Büro der 14.-März-Bewegung. Die Parteien dieser Bewegung sind Gegner der Regierungskoalition.

Das Regime des syrischen Machthabers Bashar al-Assad steht der schiitischen Hisbollah nahe, die mit ihrem Bündnis eine Mehrheit im libanesischen Parlament hat und die jetzige Regierung an die Macht brachte. Viele sehen daher die Verantwortlichen für den Anschlag in Damaskus.

Libanesische Medien berichteten, dass das Kabinett am Samstag zusammenkam, um über die Konsequenzen aus dem Anschlag zu beraten. Der Hisbollah-Minister Mohammed Fneisch sprach sich nach Angaben der libanesischen Zeitung «Daily Star» gegen einen Rücktritt Mikatis aus. Dies würde die Lage nur weiter eskalieren lassen, argumentierte er.

Anschlag scharf verurteilt
International wurde der Bombenanschlag scharf verurteilt. Der Uno-Sicherheitsrat verurteilte den Versuch, den Libanon «mit politischen Hinrichtungen zu destabilisieren» und verlangte ein sofortiges Ende der Gewalt gegen Politiker.

US-Aussenministerin Hillary Clinton verurteilte den Bombenanschlag in Beirut ebenfalls scharf. Sie warnte vor einer Destabilisierung des Libanon. Zugleich rief sie alle Seiten dazu auf, «sich in Zurückhaltung zu üben und die Stabilität und Sicherheit des Libanon zu respektieren».

Zuvor hatte der Sprecher des US-Sicherheitsrats, Tommy Vietor, erklärt, die USA stünden dem Libanon bei seinen Bemühungen bei, «die Verantwortlichen für diesen barbarischen Angriff zur Rechenschaft zu ziehen».

Verantwortliche zur Rechenschaft ziehen
Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte, das Attentat müsse gründlich aufgeklärt, die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden. In einer am Freitag in New York verbreiteten Mitteilung rief er alle Beteiligten im Libanon auf, sich von dem «abscheulichen Terrorakt» nicht provozieren zu lassen.

Der Geheimdienstfunktionär al-Hassan war schon Sicherheitschef unter dem früheren Ministerpräsidenten Rafik Hariri – dem Vater von Saad Hariri – der 2005 bei einem Autobombenanschlag getötet wurde. Damals kam der Verdacht auf, das Regime des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad könnte an der Planung des Attentats beteiligt gewesen sein. (basn, sda/dpa/dapd)

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Freitag, 19.10.2012

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Vier Jahre lang blieb es ruhig in Beirut. Jetzt ist in der libanesischen Hauptstadt wieder eine Bombe hochgegangen. Acht Menschen sind gestorben. Obwohl sich bisher niemand zu dem Anschlag bekannt hat, blicken alle nach Syrien.   Mehr


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