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Montag, 22.10.2012

BP genehmigt Rosneft-Milliardengeschäft

Der russische Staatskonzern Rosneft schafft mit der Übernahme von TNK-BP den grössten börsennotierten Ölkonzern der Welt. Das britische Unternehmen BP hat angekündigt, seinen Anteil von 50 Prozent an TNK-BP an Rosneft zu verkaufen.

Milliardendeal: Russischer Rosneft-Konzern erhält von BP die Hälfte von TNK-BP. (Keystone)

Rosneft wird grösster Ölförderer der Welt

Der russische Staatskonzern Rosneft kauft vom britschen Ölkonzern BP dessen Anteil am britisch-russischen Gemeinschaftsunternehmen TNK-BP. Im Gegenzug stockt BP seine Beteiligung an Rosneft auf. Ein Erfolg für Präsident Wladimir Putin.

Beitrag aus Echo der Zeit vom Montag, 22.10.2012, 18.00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News

Der Aufstieg von Rosneft

Der russische Staatskonzern Rosneft stösst mit dem Zukauf von TNK-BP auf den Spitzenplatz der Ölkonzerne weltweit vor. Das ist auch ein Erfolg für Präsident Vladimir Putin.  Mehr

DRS 4 aktuell vom Montag, 22.10.2012, 15.04 Uhr, DRS 4 News

Der russische Staatskonzern Rosneft kommt seinem Vorhaben näher, zum weltgrössten Ölkonzern aufzusteigen. Der britische Öl-Multi BP erklärte am Montag, seine 50 Prozent an dem britisch-russischen Gemeinschaftsunternehmen TNK-BP an Rosneft zu verkaufen.

BP erhält dafür nach eigenen Angaben rund 17 Milliarden Dollar in bar und knapp 13 Prozent der Rosneft-Aktien. Rosneft erklärte, auch mit den restlichen Anteilseignern, vier russische Milliardären, eine Kaufvereinbarung zu ähnlichen Konditionen getroffen zu haben.

Rosneft-Chef: Ganze TNK-BP gekauft
Der russische Staatskonzern Rosneft hat damit nach eigenen Angaben TNK-BP komplett übernommen, wie Rosneft-Chef Igor Setschin der Agentur Interfax sagte. Nach seinen Worten kauft Rosneft 50 Prozent vom britischen Energieriesen BP sowie 50 Prozent von einem russischen Oligarchenkonsortium. Setschin bezifferte das Gesamtvolumen auf 61 Milliarden US-Dollar.

Wären alle Anteile im Rosneft-Besitz, würde der Konzern mehr Öl und Gas fördern als der derzeitige Weltmarktführer Exxon. Das Vorhaben wird unterstützt vom russischen Präsidenten Wladimir Putin, der eine Rückverstaatlichung der Ölindustrie in Russland anstrebt. Putin erklärte am Montag, Rosnefts Kauf sei «ein gutes Geschäft zu einem guten Preis».

Streit ausgesetzt
BP kann zudem nun die von heftigen Streitereien geprägte Allianz mit den Oligarchen zu den Akten legen. Dabei ging es um lukrative Förderquellen in der Arktis, wo Experten ein Fünftel der weltweit noch unentdeckten Ölvorkommen vermuten. BP wollte bei der Erschliessung von Feldern in der Region mit Rosneft zusammenarbeiten. Das Oligarchen-Konsortium AAR aber bestand darauf, dass nicht BP selbst, sondern TNK-BP dort mit Rosneft Öl fördert.

Auch die Vorliebe der russischen Regierung, grössere Ölfelder an staatseigene Betriebe zu vergeben, schränkte den Aktionsradius von TNK-BP deutlich ein. Finanziell hat sich die TNK-BP-Investition für BP aber wohl gelohnt: Das Unternehmen war 2003 gegründet worden, BP hatte der Anteil damals sieben Milliarden Dollar gekostet.

Eine Chefsache für Putin
Rosnefts Aufstieg begann Mitte des vergangenen Jahrzehnts, als der Konzern den Grossteil des Ölkonzerns Yukos von Putin-Kritiker Michail Chodorkowski übernahm. Dieser wurde in spektakulären Prozessen wegen Unterschlagung, Geldwäsche und Steuerhinterziehung zu langjähriger Haft verurteilt. Yukos musste in die Insolvenz und wurde zerschlagen.

Chodorkowski gehörte zu einer kleinen Gruppe russischer Unternehmer, die in den Zeiten der Privatisierung durch den günstigen Erwerb von Staatsbetrieben reich wurden. Er hat das Vorgehen gegen ihn stets als politisch motiviert bezeichnet und vermutet das Präsidialamt im Kreml als Drahtzieher dahinter. Dort war der heutige Rosneft-Chef Setschin damals unter Putin Vizestabschef. (bru;prus, dpa/reuters)

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