Obama und Romney streiten sich über Aussenpolitik
Mitt Romney und Barack Obama kreuzten die Klingen im dritten TV-Duell – zum Thema Aussenpolitik. (Keystone)
Iran mit Atomwaffen als grösste Bedrohung und das heikle Verhältnis zur Wirtschaftsmacht China: Obama und Romney kreuzen beim Thema Aussenpolitik zum letzen Mal die Klingen. Die Euro-Finanzkrise findet keine Beachtung.
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Ein drittes und letztes Mal haben sich die beiden Kandidaten für die US-Präsidentschaft, Barack Obama und Mitt Romney, im TV duelliert. Beim Thema Aussenpolitik stritten die Kontrahenten unter anderem über die richtige Strategie im Verhältnis zum Iran, zu China und zur arabischen Welt.
Gleich zu Beginn der Debatte in Boca Raton im US-Staat Florida gab sich Amtsinhaber Obama aggressiv, aufmerksam und streitbar. «Jedes Mal, wenn Sie eine Meinung zu etwas vorlegen, liegen Sie falsch», hielt er seinem Herausforderer vor.
Romney versuchte zum Auftakt des TV-Duells seinem Rivalen den aussenpolitischen Wind aus den Segeln zu nehmen, indem er ihm zur Tötung von al-Qaida-Chef Osama bin Laden gratulierte. Gleichzeitig schränkte er ein, dass Töten allein nicht ausreiche. «Wir brauchen eine breit angelegte Strategie.»
So habe der Präsident es versäumt, mit einer stimmigen Politik auf die Umwälzungen im Nahen Osten zu reagieren, sagte Romney. Trotz vielversprechender Anfänge habe der Sturz despotischer Regime in Ägypten, Libyen und andernorts im vergangenen Jahr in «zunehmendem Chaos» gemündet.
Zudem habe der Amtsinhaber nicht genügend getan, um den Iran an der Entwicklung einer Atomwaffe zu hindern. «Der Iran ist jetzt näher an Atomwaffen als vor vier Jahren», warf Romney dem Präsidenten vor.
Obama verweist auf eigene Verdienste
Obama wies den Vorwurf entschieden zurück, die Beziehung zum engsten US-Verbündeten Israel zu gefährden und nicht genug gegen die nukleare Bedrohung durch den Iran zu tun. «Wenn Israel angegriffen wird, dann wird Amerika Israel zur Seite stehen», sagte er. Im Gegensatz zu Romney halte er es aber für falsch, die USA in einen «voreiligen» Krieg gegen den Iran zu ziehen.
Obama verwies zudem auf seine aussenpolitischen Verdienste. Er habe den Krieg im Irak beendet, die US-Truppen seien auf dem Weg zu einem Rückzug aus Afghanistan und er werde die für den tödlichen Angriff auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi verantwortlichen Täter zur Rechenschaft ziehen.
Obama warf Romney eine rückwärtsgewandte Aussenpolitik vor. Mit der Bezeichnung Russlands als «geopolitischen Gegner» führe der ehemalige Gouverneur von Massachusetts die USA auf einen Standpunkt des Kalten Krieges zurück. «Sie wollen offenbar die Aussenpolitik der 80er Jahre zurückholen», sagte Obama.
Abschweifen auf innenpolitische Themen
Sowohl Obama als auch Romney machten klar, dass sie eine weltweite Führungsrolle für die USA beanspruchen. «Amerika muss stark sein. Amerika muss führen», sagte Romney. Obama sagte, die Welt brauche ein starkes Amerika.
Im Laufe der Debatte schweiften die beiden Kandidaten vom vorgegebenen Thema der Aussenpolitik ab und wandten sich der maroden Wirtschaftslage zu. Romney sprach von seinem Fünf-Punkte-Plan für Jobs und Konjunktur, Obama von seinen Plänen zu Neueinstellungen im Bildungssektor.
Für die Kandidaten stand viel auf dem Spiel: Es war die letzte Möglichkeit, im Fernsehen vor einem Millionenpublikum zu punkten. Die erste Debatte hatte Romney gewonnen, die zweite konnte Obama für sich entscheiden. Laut Umfragen liefern sich die beiden ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Gewählt wird am 6. November. (basn;lin, sda/dapd/reuters/dpa)
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