Credit Suisse bleibt auf Sparkurs
«Es geht um Kostenersparnisse»: CS-Konzernchef Brady Dougan betont, er habe es nicht darauf abgesehen, die Mitarbeiterzahlen zu reduzieren. (Reuters Archiv)
Die Schweizer Grossbank Credit Suisse ist operativ wieder erstarkt. Dank des harten Sparkurses und einer kräftigen Erholung des Investmentbankings verdiente die CS im dritten Quartal – bereinigt um Sondereffekte – 891 Millionen Franken. Vor Jahresfrist stand an dieser Stelle lediglich ein Gewinn von 26 Millionen Franken.
Brady Dougan, CEO der Bank, sprach von soliden Ergebnissen. Er zeigte sich zufrieden mit den Zahlen im dritten Quartal in allen Geschäftsbereichen.
Gewinn sinkt wegen Buchhaltungseffekt
Unter dem Strich resultierte im dritten Quartal 2012 dennoch ein Gewinneinbruch um 63 Prozent auf 254 Millionen Franken. Das lag vor allem an Belastungen von fast 1 Milliarde Franken aus der Neubewertung der eigenen Schulden. Dieser reine Buchhaltungseffekt wirkt sich in für die Bank guten Zeiten negativ auf das Ergebnis aus.
Das Investmentbanking konnte im Handel mit Anleihen und anderen Wertpapieren zulegen und verbesserte auch sein Resultat mit der Beratung der Kunden. Gleichzeitig warf die CS wie schon in den Vorquartalen weitere Risikopapiere aus den Büchern, um den Konzern für die schärfen Kapitalisierungsregeln fit zu machen.
Stellenabbau angekündigt
Dougan spracht vom Ziel einer «Effizienzsteigerung», weswegen die Bank die angefangen Sparmassnahmen fortsetzen würde. Die CS wird daher weiter Stellen abbauen, sagt aber nicht, in welchem Umfang: «Ich gebe keine absoluten Mitarbeiterzahlen bekannt», sagte Finanzchef David Mathers.
Die Kosten der Bank würden im kommenden Jahr um 3 Milliarden Franken tiefer liegen als im laufenden, sagte Mathers weiter. Als Teil dieses Kostensenkungsprogramms würden Stellen verloren gehen.
«Wir haben effizient Kosten reduziert und werden das auch künftig tun», sagte Dougan. Es gehe in erster Linie um Kosteneinschnitte, nicht um Stellenstreichung, betonte der Bankchef.
Ende 2010 hatte die CS noch über 50'000 Mitarbeiter gezählt. Im vergangenen Jahr kündigte die Bank zum ersten Mal seit der Finanzkrise 2007/08 den Abbau von mehreren tausend Stellen an. Im dritten Quartal 2012 hatte die Bank nach eigenen Angaben noch 48'400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Geschäftsteile offenbar vor Verkauf
Um an Geld zu kommen, will die Bank aber auch Teile ihres Geschäfts verkaufen. Die CS-Sparte für börsennotierte Fonds (Exchange Traded Funds, ETF) könnte bald einen neuen Besitzer finden. Die CS bestätigte bei der Präsentation der Zahlen für das dritte Quartal, dass sie einen Verkauf des Bereichs «prüfe».
Schon vor der Präsentation hatte es Medienspekulationen gegeben, die CS verkaufe das ETF-Geschäft. Dieses dürfte der Bank Milliarden einbringen, sollte sich denn ein Käufer finden.
Mehr als 5 Milliarden neues Geld
Die Investmentsparte verdiente vor Steuern 508 Millionen Franken und verbesserte sich gegenüber dem Vorquartal (383 Millionen Franken) deutlich. Im dritten Quartal 2011 hatte das schwankungsanfällige Geschäft an den Finanzmärkten der CS einen Verlust von 720 Millionen Franken eingebrockt.
Die Vermögensverwaltung für reiche Kunden weltweit verbuchte vor Steuern einen Gewinn von 689 Millionen Franken. Das ist weniger als im zweiten Quartal (775 Millionen Franken), liegt aber deutlich über dem Ergebnis des Vorjahresquartals (207 Millionen Franken). Der Gesamtkonzern nahm insgesamt 5,3 Milliarden Franken Neugeld entgegen. (prus, sda/reuters)
Mehr zu den Stichwörtern:
