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Dienstag, 30.10.2012

Wirbelsturm «Sandy»: Spur der Zerstörung

Trotz aller Warnungen und Vorbereitungen sind beim Auftreffen des Wirbelsturms Sandy auf die amerikanische Ostküste mindestens 26 Menschen ums Leben gekommen. Präsident Obama hat Teile der Bundesstaaten New York und New Jersey zu Katastrophengebieten erklärt.

Im Finanzdistrikt von New York schwimmen die Autos aus den Tiefgaragen. (Keystone)

Wirbelsturm Sandy hinterlässt verheerende Schäden

Der Sturm hat die US-Ostküste mit voller Wucht getroffen. Mindestens 16 Menschen sind tot, der Sachschaden enorm. Sandy zieht nun weiter ins Landesinnere; die Menschen zwischen North Carolina und Maine machen derweil erste Bestandesaufnahmen.

Beitrag aus Echo der Zeit vom Dienstag, 30.10.2012, 18.00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News

«Frankenstorm»: Sandy zieht durchs Netz

Bereits während den Attacken auf das World Trade Center vom 11. September 2001 war die Welt live dabei. Auch während dem Sturm, welcher die Ostküste zur Zeit heimsucht, sieht die halbe Welt zu. Die Bilder kommen dieses Mal nicht von hochprofessionellen TV-Crews, sondern von Twitter-Usern vor Ort.

Der Wirbelsturm «Sandy», der am Montagabend in New Jersey auf die US-Ostküste getroffen ist, hat in der dicht besiedelten Region immense Schäden angerichtet. In den USA und in Kanada sind mindestens 26 Personen wegen des Sturms ums Leben gekommen, wie der Fernsehsender CNN berichtete.

Der TV-Sender Fox News sprach sogar von 33 Toten. Allein in der Millionenmetropole New York starben nach Angaben von Bürgermeister Michael Bloomberg zehn Menschen. Bloomberg sprach am Dienstag auf einer Medienkonferenz von dem vielleicht schlimmsten Sturm, den New York je erlebt hätte.

Acht Millionen Haushalte ohne Strom
In mehr als acht Millionen Haushalten in insgesamt 18 Bundesstaaten fiel der Strom aus, wie das US-Energieministerium am Dienstag mitteilte. Es könnte bis zu einer Woche dauern, bis die Stromversorgung wieder vollständig hergestellt ist.

Der Sturm zog nach seinem Auftreffen auf die Küste in abgeschwächter Form weiter ins Landesinnere. Das nationale Hurrikanzentrum warnte weiter vor schweren Stürmen, Überschwemmungen und kündigte starken Schneefall für West Virginia an. Das Schlimmste ist laut Meteorologen jedoch vorbei.

Präsident Obama erklärte Teile der Bundesstaaten New York und New Jersey zu Katastrophengebieten. Mit dieser Massnahme gibt die US- Regierung zusätzliche Hilfsgelder für betroffene Bürger sowie für Hilfsorganisationen, Firmen und lokale Behörden frei.

Riesige Sturmschäden in New York
In New York richteten die Ausläufer des Sturms mit einer 1000 Kilometer breiten Front Milliardenschäden an. An der Südspitze Manhattans stieg das Wasser etwa 4,30 Meter über den normalen Wasserstand - gut einen Meter höher als der bisherige Rekordstand von 1960.

In vielen U-Bahn- und Strassentunneln stand das Wasser in der Nacht mehr als einen Meter hoch. Die New Yorker Verkehrsbetriebe sprachen von der schwersten Zerstörung in der 108-jährigen Geschichte der U-Bahn.

An Hunderten Stellen waren Stromleitungen beschädigt. Eine Explosion in einem Umspannwerk in der New Yorker Lower East Side verschärfte die Lage noch weiter. Wegen der Überschwemmungen haben viele Menschen in New York kein Wasser.

Die US-Börsen blieben auch am Dienstag geschlossen, weil die Händler wegen des stillstehenden Verkehrs nicht zur Arbeit kommen konnten.

AKW-Pannen und Dammbruch
Als Folge des Wirbelsturms wurden im Bundesstaat New Jersey zudem mehrere Atomreaktoren vom Netz genommen. Betroffen seien die Reaktoren Salem 1 in Hancocks Bridge, Nine Mile Point 1 in Scriba und Indian Point 3 in Buchanan, teilte die Atomaufsichtsbehörde NRC am Dienstag mit.

Der älteste Reaktor des Landes, Oyster Creek, war bereits vor dem Sturm abgeschaltet worden. Im Kühlwasser-Reservoir des Kraftwerks sei der Wasserstand durch die reguläre Flut, die Windrichtung und das Hochwasser deutlich gestiegen. Alle Reaktoren seien weiter in einem sicheren Zustand, hiess es.

In Moonachie, einer Ortschaft in New Jersey, kam es zudem zu einem Teileinsturz eines Deiches. Berichte über Verletzte oder Tote lagen nicht vor.

Die Schäden durch «Sandy» dürften sich nach Experteneinschätzung auf bis zu 20 Milliarden US-Dollar belaufen. Damit wäre «Sandy» eine der teuersten Naturkatastrophen in der Geschichte der USA.

Sturm in Endphase des Wahlkampfs
Der Sturm fällt mitten in den Endspurt des US-Wahlkampfs zum 6. November und ist entsprechend auch zu einer Bewährungsprobe für Amtsinhaber Barack Obama geworden.

Der Präsident werde nicht zu den für Mittwoch geplanten Veranstaltungen in den umkämpften US-Staat Ohio reisen, teilte das Weisse Haus am Dienstag mit.

Obama hatte bereits am Montag und Dienstag alle Wahlkampfauftritte abgesagt. Auch sein republikanischer Herausforderer Mitt Romney hatte einen Teil seiner Auftritte gestrichen. (lin, sda)

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Der Wirbelsturm Sandy legt das öffentliche Leben und weite Teile New Yorks lahm (Beat Soltermann, 30.10.2012)
Hören (2:03)

Der Battery-Tunnel im New Yorker Stadtteil Brooklyn, Nordamerikas längster Strassentunnel, läuft voll Wasser. (unkommentiert)



Montag, 29.10.2012

Banges Warten auf den Wirbelsturm Sandy

Voller Sorge warten Millionen Menschen an der amerikanischen Ostküste auf den Hurrikan «Sandy», der in der Nacht zum Dienstag mit meterhohen Flutwellen über die dicht besiedelte Region hereinbrechen sollte. In New York kam das öffentliche Leben am Montag zum Stillstand.  Mehr


Weiterführender Link zum Beitrag:

  • noaa.gov: Nationaler Wetterdienst der USA

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