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Dienstag, 30.10.2012

UBS streicht bei Konzernumbau tausende Stellen

Die UBS will im Zuge einer Neuausrichtung weltweit in den nächsten drei Jahren zwischen 9000 und 10'000 Stellen abbauen. Mit der Verkleinerung ihrer Investmentbank gibt sich die UBS ein neues Gesicht.

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Beitrag aus Rendez-vous vom Dienstag, 30.10.2012, 12.30 Uhr, DRS 1, DRS 2, DRS 4 News und DRS Musikwelle

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Die heute noch gut 63'500 Mitarbeiter zählende Bank soll 2015 noch etwa 54'000 Stellen aufweisen, wie bekannt gegeben wurde. Rund 2500 Stellen baut die Bank in der Schweiz ab, wo es vor allem unterstützende Funktionen der Investmentbank trifft, zum Beispiel in der Informatik oder bei den Personaldienstleistungen.

Ansonsten entlässt die Bank die Investmentbanker in New York, London oder Singapur. Die UBS stutzt die Sparte beträchtlich zusammen. Vor allem zieht sich die Bank aus Teilen des Handels mit Obligationen und strukturierten Produkten zurück. Dies ist jener Teil der Bank, in dem 2007 die Milliardenabschreiber verursacht wurden, die zur Finanzkrise führten.

Stattdessen sollen sich die Investmentbanker künftig auf Beratung, Marktanalysen sowie den Handel mit Aktien, Devisen und Edelmetallen konzentrieren. Mit der Verkleinerung der Investmentbank gewinnt die Vermögensverwaltung für reiche Kunden, das Wealth Management, an Bedeutung.

Chefwechsel
Laut Konzernchef Ermotti sind die bekannt gegebenen Schritte der letzte Akt in der Neupositionierung der Bank. «Der Prozess hat vor einem Jahr begonnen, und er wird noch zwei weitere Jahre dauern. Doch heute war der richtige Zeitpunkt, um Klarheit über die Zukunft zu schaffen», sagte der UBS-Chef.

Der bisherige Co-Chef der Investmentbank, Carsten Kengeter, verlässt die UBS-Konzernleitung. Er soll stattdessen die nicht weitergeführten Geschäfte und Anlagen der Investmentbank verwalten. Andrea Orcel, ein Vertrauter Ermottis, wird alleiniger Chef der Sparte.

Derzeit zählt die UBS-Investmentbank rund 16'500 Personen. Wie gross der Personalbestand der Einheit nach den Abbaumassnahmen sein soll, gab die Bank am Dienstagmorgen nicht bekannt.

Milliardenverlust
Die Bank will mit ihren Massnahmen jährlich 3,4 Milliarden Franken einsparen, wodurch die Kosten bis 2015 jährlich um 5,4 Milliarden Franken sinken sollen. Zunächst bürdet die Restrukturierung der Bank aber Wertberichtigungen von über 3 Milliarden Franken auf, die in der Rechnung des dritten Quartals 2012 zu einem massiven Verlust führen.

Unter dem Strich steht für die Monate Juli bis September ein Minus von 2,17 Milliarden Franken. Operativ lief es für die UBS aber besser als im Vorquartal. Unter Ausklammerung von Sondereinflüssen hat die UBS in den Monaten Juli bis September vor Steuern 1,4 Milliarden Franken verdient.

UBS-Aktie gestiegen
Die Aktie der UBS ist mit Kurssprüngen in den Handel gestartet. Kurz nach Öffnung der Börse standen die Titel um 6,25 Prozent im Plus. Der Gesamtmarkt SMI lag um ein halbes Prozent im Plus.

Der Verlust von über zwei Milliarden Franken, der Abbau von bis zu 10'000 Stellen und die Verkleinerung der Investmentbank kommen nicht überraschend. In den vergangenen Tagen hatte es Spekulationen über einen solchen Schritt gegeben. Am Montag hatte die UBS-Aktie bereits um 7,28 Prozent zugelegt.

Laut Händlern ist es aber möglich, das der Kurs im Lauf des Tages wieder fällt. Aufgrund der starken Kursgewinne könnten Anleger geneigt sein, Aktien zu verkaufen, um die Gewinne einzustreichen.

Operative Verbesserungen
Die globale Vermögensverwaltung steigerte ihren Vorsteuergewinn gegenüber dem Vorquartal um 20 Prozent auf 600 Millionen Franken. Die separat geführte Vermögensverwaltung in Amerika, lange ein Verlustgeschäft, verbesserte ihr Ergebnis vor Steuern um 10 Prozent auf 219 Millionen Franken.

Die Kundengelder der Vermögensverwaltungssparten stiegen von 2,16 Billionen Franken auf 2,24 Billionen Franken. Die Vermögensverwaltung nahm im dritten Quartal 7,7 Milliarden Franken Netto-Neugeld entgegen, das Amerika-Geschäft 4,6 Milliarden Franken und die Anlagenverwaltung für institutionelle Kunden (Asset Management) 1,7 Milliarden Franken.

Das Asset Management lieferte 124 Millionen Vorsteuergewinn ab, 5 Prozent mehr als im Vorquartal. Das Klein- und Firmenkundengeschäft verbesserte sich um 3 Prozent auf 409 Millionen Franken. Die Investmentbank wiederum erzielte ohne Sonderlasten vor Steuern 178 Millionen Franken Gewinn, nach einem Verlust von 130 Millionen Franken im Vorquartal. (basn, sda/dpa)

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Die UBS verbucht Milliardenverlust und streicht rund 9000 Stellen (Susanne Giger, 30.10.2012).
Hören (3:00)

Dossier, Letztes Update: Dienstag, 30.10.2012

Lehren aus der Krise: Die neuen Bankenregeln

Zwei Jahre nach dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers schränkten die globalen Finanzwächter im Dezember 2010 den Spielraum der Banken ein. Das Regelwerk Basel III schreibt ihnen dickere Eigenkapitalpolster vor. Ziel: Verluste sollen besser aufgefangen, globale Krisen verhindert werden. Die Schweiz geht sogar noch weiter. Experten von Bund und Banken einigen sich auf noch strengere Vorschriften. UBS und CS sind «too big to fail».

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