Ich bin der Nik
«Nonno». So nannten wir unseren Grossenvater. Und der Übername deutet auch schon auf unseren grössten Familenstolz hin: Auf unsere Tessiner Wurzeln. (Dass schon eine Generation weiter zurück wieder Berner ins Spiel kommen, lassen wir an dieser Stelle geflissentlich ausser Acht). Ich bin ¼ Tessiner - und stolz darauf.
Auf meine mangelnden Italienischkenntnisse dagegen bin ich definitiv weniger stolz. Allerdings kann ich nichts dafür. Schuld daran ist meine Mutter. Wieso musste sie ausgerechnet an meiner Sekundarschule Italienisch unterrichten? Ihr versteht doch wohl, dass ich nicht den Italienischunterricht meiner eigenen Mutter besuchen konnte, oder? Äbe. So musste ich mich wohl oder übel mit Oxford-English rumschlagen - statt der schönsten aller Sprachen zu frönen.
Vor fünf Jahren fasste ich mir allerdings ein Herz, besuchte diverse Sprachschulen und mischte mich einen Monat lang unter sizilianische Gelati und frische Pesce - und schaffe es mittlerweile mindestens knapp «una porzione di patate frite, per favore» zu bestellen.
Ob dies reicht, um mit Christa Rigozzi über linguistische Akzentuierungen zu diskutieren, oder mit FDP-Präsident Fulvio Pelli das Problem der italienischen Arbeitstouristen zu erörtern, das wird sich wohl oder übel weisen. Aber Pamela wird mich ja unterstützen. Sie wird meine Sprachprothese sein, meine Fremdenführerin in der ¼-Heimat und die Kapitänin, die mich elegant um Fettnäpfchen herum schifft - hoffe ich zumindest.
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