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Wir schauen hinter die Postkartenidylle des Tessins. (cic)
Mit dem Tessin verbindet wohl fast jede Schweizerin und jeder Schweizer eine Erinnerung. Seien es die ersten Campingferien als Teenager in Tenero, laue Sommernächte auf der Piazza in Locarno oder gemütliche Abende im Grotto bei Polenta und Merlot del Ticino. Auch Stephan Lütolf geht es hier nicht anders. «Meine Urgrossmutter war Tessinerin. Mein Urgrossvater kaufte deshalb ein Ferienhaus für die Familie. So verbrachte ich immer wieder Zeit in der Südschweiz.»
Bekanntes nur am Rande
«Buongiorno Svizzera» wird sich mit den gängigen Klischees aber nur zu Beginn befassen. Viel mehr soll beleuchtet werden, was die Bevölkerung ennet dem Gotthard beschäftigt – Themen, die in der Deutschschweiz nicht so bekannt sind. So zum Beispiel die Tatsache, dass täglich über 50 000 Italiener über die Grenze kommen, um in der Schweiz zu arbeiten.
Nik Thomi, der sich schon mit wenigen französischen Brocken durch die welsche Schweiz gekämpft hat, wird sich nun in Italienisch versuchen. Charmante Begleitung erhält er mit Pamela, einer gebürtigen Tessinerin, die in der Deutschschweiz lebt. Sie soll dem Hitparadenmoderator Türen und Herzen öffnen. Denn die DRS 3-Hörerinnen und -Hörer sollen möglichst viel von der Lebensart, den Freuden und Leiden der Tessinerinnen und Tessiner sowie der Bevölkerung der Bündner Südtäler erfahren.
Stephan im Gespräch mit Nik und Pamela.
«In der zweiten Woche senden wir täglich aus einer Bar in Lugano. Ich erhoffe mir dadurch gute Kontakte mit der Bevölkerung und spontane Inputs für die Sendung.»
«In der ersten Sendewoche legen wir Wert auf die Information. Hier erfährt der Hörer alles Wichtige und Wissenswerte. Beispielsweise gibt es extra einen Botschafter für das Tessin in Bern. Da wollen wir mehr darüber erfahren. Oder wir testen die Italienischkenntnisse der Parlamentarierinnen und Parlamentarier. In der zweiten Woche arbeiten wir mehr mit Reportageelementen. Mit den Besuchen vor Ort gibt es auch mehr Platz für Spontanes.»
Besuche bei Prominenten
So werden Nik und Pamela zum Beispiel das Duo «Sinplus», die Schweizer Vertretung beim «Eurovision Song Contest» kurz vor der Abreise nach Baku besuchen. Und die «Buongiorno Svizzera»-Macher hoffen, dass ihnen Flavio Cotti ein Interview gibt. Der letzte Tessiner Bundesrat hat nämlich seit seinem Rücktritt keine Statements mehr in den Medien abgegeben. «Cotti hat am Telefon gesagt, dass er uns empfangen wird, zu 95 Prozent aber kein Interview gebe. An den restlichen 5 Prozent klammern wir uns jetzt fest», sagt Lütolf mit einem Lachen.

«Bei den Vorbereitungen habe ich gespürt, wie sehr sich die Tessiner darüber freuen, dass man sich für sie und für ihre Anliegen interessiert.»
Während der beiden Spezialwochen wird auf DRS 3 mehr italienische Musik gespielt als normal. «Da es nicht so viele Tessiner Bands gibt, verlassen wir uns im Musikprogramm auf die Empfehlungen unserer Kolleginnen und Kollegen von Rete 3, dem Tessiner Pendant zu DRS 3.»
Online wird die DRS 3-Community verstärkt mit Interaktion in die Sendung eingebunden. Dabei können die User wie schon bei «Chez les Welsch» darüber abstimmen, welche Wochenaufgabe Nik Thomi bewältigen muss. Damals sang er mit einer Lausanner Schulklasse «s Ramseiers wie go grase». Was wohl bei «Buongiorno Svizzera» auf ihn zukommt?
Melchior Bruder
