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Freitag, 27.4.2012

Internet-Kabel vor Mombasa reisst schon wieder

Ein Unterseekabel, das Kenia mit dem Internet verbindet, ist gerissen. Und zwar an der gleichen Stelle wie schon im Februar.

Das unterbrochene TEAMS-Kabel

Ostafrika hat im Moment viel Pech mit dem Internet. Schon Ende Februar riss das TEAMS-Kabel, das in Mombasa anlandet. Ein Schiff hatte den Anker am Meeresgrund entlanggeschleift und so das Kabel zerrissen.

Gestern ist nun an der fast gleichen Stelle, ebenfalls 5 Kilometer vor Mombasa, das gleiche Kabel erneut gerissen. Die Reparatur war erst vor einem knappen Monat abgeschlossen worden. Eine neuerliche Reparatur des TEAMS-Kabels wird einige Wochen dauern.

Laut dem Betreiber in Kenia kennt man die Ursache für den Unterbruch noch nicht. Es ist allerdings plausibel, dass wieder ein Anker verantwortlich ist: Mombasa ist einer der wichtigsten Häfen Ostafrikas, und Schiffsanker sind eine häufige Ursache für Kabelunterbrüche.

Kenia ist nicht komplett vom Internet abgeschnitten, der Verkehr wird auf andere Kabel (z.B. EASSy) oder teure Satellitenverbindungen umgeleitet. Da aber die Gesamtkapazität verringert ist, müssen sich die Menschen auf eine längere Zeit mit schlechten Verbindungen einstellen.

Betroffen ist nicht nur Kenia, sondern auch alle Länder südlich von Mombasa: Tanzania, Mozambique und Madagaskar. Neben Internet und Email ist auch Telefonie betroffen. Es ist davon auszugehen, das einige Dutzend Millionen Menschen vom Unterbruch beeinträchtigt werden.

In Kenia ist das Bezahlsystem M-Pesa weit verbreitet. Damit kann per Handy Zahlungsverkehr erledigt werden. Die Server-Infrastruktur des M-Pesa-Systems steht in England. Das bedeutet, dass der Unterbruch auch den Zahlungsverkehr in Kenia beeinträchtigt, und zwar nicht nur in wohlhabenderen Hauptstadt-Kreisen, sondern in allen Schichten, auch auf dem Land.

Guido Berger

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