Apple stellt iOS 6 vor, mit neuer Karten-App
Neue Karten-App
Bisher verwendet die Karten-App in iOS die Daten und die Darstellung von Google - und damit den Dienst des wichtigsten direkten Konkurrenten. Um den Kartenfunktionen auf Android-Smartphones etwas entgegensetzen zu können, entschloss sich Apple nun, einen eigenen Karten-Dienst aufzubauen und kaufte dazu in den letzten Monaten auch gleich mehrere Unternehmen auf.
Ausgewachsene Navigation
Der nun vorgestellte neue Karten-Dienst bietet eine ausgebaute Turn-by-Turn-Navigation inkl. Sprachsteuerung, aktuelle Verkehrsdaten (zu Staus oder Umleitungen) und eine 3D-Darstellung der Gebäude. Die neue App ist optisch ansprechend gestaltet - doch sie weist keine Funktion auf, die es auf Android-Geräten in irgendeiner Form nicht auch gäbe.
Entscheidend im Wettkampf mit Android wird vor allem die Qualität der Daten sein, und hier beginnt Apple von vorn (bzw. kauft die Daten neu ein - so wurde z.B. eine Kooperation mit TomTom unterzeichnet, ebenso mit Yelp).
Google schläft nicht
Denn bezüglich Funktionalitäten hat Google bereits vor einer Woche (ohne Zweifel in Erwartung der Ankündigung von Apple) Neuerungen ihres Kartendienstes angekündigt. Auch Google setzt auf 3D-Modelle von Gebäuden und hat dazu einen weiteren Trumpf in der Hand: Offline-Karten. Das bedeutet, dass Google-Karten bald auch ohne Internet-Verbindung genutzt werden können, also auch im Ausland (wenn Daten-Roaming zu teuer wäre) oder in Gebäuden.
iOS 6: Politur
Die restlichen Neuerungen von iOS 6 sind Verbesserungen im Kleinen - Apple kann es sich leisten, zu polieren, statt neu zu erfinden. So wird Facebook neu enger integriert - wer im System das Facebook-Login hinterlegt, kann dann z.B. Fotos teilen oder sich Facebook-Events im Kalender anzeigen lassen.
Siri kriecht ins iPad
Die Sprachassistentin Siri wird nun auch auf den iPads der neusten Generation verfügbar sein. Da Siri allerdings immer nur so schlau ist wie ihre Datenquellen, wird sie wohl noch eine Weile für Amerikaner nützlicher sein als für Schweizer (die sich weniger für Baseball-Statistiken interessieren dürften).
Bitte nicht stören
Auch an den Benachrichtigungen hat Apple geschraubt, und unter anderem einen «Do not disturb»-Modus eingeführt. Benachrichtigungen kommen dabei weiterhin ab, bleiben aber stumm und erleuchten auch den Bildschirm nicht.
In die gleiche Kerbe hauen Anpassungen bei der Telefon-Funktion (ja, man kann telefonieren mit einem Smartphone): Bei eingehenden Anrufen wird man neu nicht nur zwischen Annehmen und Ablehnen wählen können, sondern auch per SMS antworten können oder den Anruf zunächst ablehnen, sich dann aber erinnern lassen, beim Verlassen des Gebäudes zurückzurufen.
iOS 6 ist ab sofort als Beta-Version für Entwickler verfügbar; offiziell erscheint es im Herbst.
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