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Dienstag, 26.6.2012

Mit Google Indoor Maps bleibt kein das WC verborgen

Google Maps kennt jetzt komplette Gebäude - von Innen. Mit Indoor Maps. Google führt den Dienst in Europa als erstes in der Schweiz ein. Wir haben ihn getestet. Im Verkehrshaus Luzern.

Google Maps kennt jetzt jede Toilette im Verkehrshaus Luzern.

Google Indoor Maps laufen auf Android Handys. Wer dort das Verkehrshaus Luzern eingibt und immer näher zoomt, kann den neuen Dienst selber bewundern. Neu erscheint eine Karte aller Hallen mit Informationen, zum Beispiel wo sich die Toiletten befinden. Vor Ort zeigt Google Indoor Maps dem Benutzer sogar an, wo er sich in der Halle befindet.

Navigation in der dritten Dimension
Das ist neu. Bis jetzt war mit Ortbestimmung immer Schluss, sobald das GPS-Signal nicht mehr vorhanden war. In Räumen. Google Indoor Maps beseitigen diesen Bruch. Im Verkehrshaus Luzern klappt dies schon, im Flughafen Zürich ebenfalls, weitere Gebäude sollen folgen. Innerhalb der Räume bestimmt Google die Position mit Daten des Handynetzes und WLan-Sendern in den Räumen. Mit dieser Mischung erreicht der Dienst eine Genauigkeit von wenigen Metern und kann sogar Stockwerke unterscheiden.

Wer braucht sowas?
Stellt sich die Frage, wozu das ganze? Schliesslich hat jedes Museum einen Infostand, bei dem die Besucher Lagepläne kostenlos beziehen können und jedes Einkaufszentrum hat grosse Lagepläne an den Wänden, auf denen die Position der einzelnen Geschäfte eingezeichnet ist. Tatsächlich scheinen die Indoor Maps derzeit nur ein bewährtes System - Broschüren mit Hallenplänen und Übersichtskarten in öffentlichen Gebäuden - abzulösen mit etwas viel umständlicherem. Kaum jemand wird sich mit einem Dauerblick aufs Handy durchs Verkehrshaus lotsen wollen.

Die Brille könnte es richten
Sinn machen Googles Indoor Maps mit Blick in die nähere Zukunft. Wenn spezielle Brillen mit eingebauten Anzeigen (Head Mounted Displays) den Markt erobern, könnte das Thema Fein-Navigation in Räumen durchaus auf Akzeptanz stossen. Navigationsinfos würden dann direkt auf der Brille sichtbar und nicht mehr durch den umständlichen Blick auf die Anzeige des Smartphones.

Science Fiction? Mitnichten! Google selber hat soeben erneut ihr Project Glass gezeigt, entwickelt also exakt so eine Brille. Nächstes Jahr soll ein erstes Modell marktreif sein. Es wird eine Brille sein, die den Blick aufs Smartphone überflüssig macht und hoffentlich zuverlässiger funktionieren wird, als die Indoor Maps von heute (Video).

Reto Widmer

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