Mac OS X «Mountain Lion»: Fast unmerklich erneuert
Der Berglöwe, der Türsteher und die Wolke.
Das ist der neue Entwicklungs-Rhythmus von Mac OS X: Wie beim kleinen Bruder, dem Smartphone-Betriebssystem iOS, wird nun auch hier jedes Jahr eine neue Version erscheinen. Entsprechend sind die Neuerungen nicht radikal, sondern überarbeiten das bestehende OS nur sanft.
So ist der erste Eindruck nach der Installation (wie schon bei Vorgänger Lion ohne physischen Datenträger, sondern im App Store direkt übers Internet) dieser: «Da ist noch alles genau so wie vorher!» Erst nach einer Weile fallen geänderte Details auf (z.B. wurde die unangenehm träge Umblättern-Animation im Kalender entfernt; leider auch die RSS-Funktion im Safari 6.0).
Benachrichtigungen
Eines davon ist die neue Zentrale für Benachrichtigungen - eine Funktion, die OS X von iOS übernimmt. Programme, die auf sich aufmerksam machen wollen, tun das nun nicht mehr alle für sich, sondern zentral an einer Stelle. Im Moment sind das noch die mitgelieferten wie Mail oder Kalender, mit der Zeit werden sich auch andere Programme in diese Infrastruktur einklinken. Über den Browser können sogar geöffnete Webseiten Mitteilungen machen - hier wäre z.B. Facebook sinnvoll.
Mit dem Computer sprechen
Ebenfalls von iOS herübergewachsen ist eine Diktierfunktion. Allerdings nicht in der Form der Assistentin Siri, sondern reduziert auf reine Texteingabe - sprechen statt tippen. Dafür systemweit, überall, wo Texteingabe möglich ist.
Türsteher und Wolke
Unter der Haube gab es zwei Entwicklungen, die bedeutsam sind: Die Wolke wird wichtiger. Bisher konnten bereits Musik und Fotos in Apples Cloud-Dienst iCloud abgelegt werden. Die Dateien landen zusätzlich zum Computer auch in einem Rechenzentrum; damit können wir auf sie per Internet von verschiedenen Geräten her zugreifen. Diese Funktionalität wird mit «Mountain Lion» nun erweitert auf weitere Dokument-Tpyen, z.B. Text-Dateien oder Präsentationen.
Ebenfalls neu ist der «Gatekeeper»: Eine neue Sicherheits-Einstellung, die überprüft, aus welcher Quelle ein Programm stammt, bevor es installiert bzw. zum ersten Mal gestartet wird. Die Standard-Einstellung lässt Programme aus Apples eigenem App Store und solche zu, die von Entwicklern mit einer offiziellen Developer-ID signiert wurden. Damit grenzt Apple etwas ein, welche Software auf dem Computer installiert werden kann, allerdings nicht so radikal wie unter iOS (wo der App Store die einzige mögliche Vertriebsplattform ist). Erreicht werden soll damit mehr Sicherheit: Es wird schwieriger (aber nicht unmöglich), unter Mac OS X ein Programm mit finsteren Absichten zu starten.
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