Schenkkreis-Experte : «Von Gier getrieben»
Hansjörg Ryser, Experte für Anlagebetrug und Schneeballsysteme: «Schenkkreise funktionieren nie. Trotzdem fallen Hunderte von Menschen auf die Versprechen herein.» (SRF)
Schenkkreise sind eine Form von Schneeball- oder Pyramidensystemen. Neue Teilnehmer «schenken» nach ihrem Eintritt in die Gruppe älteren Mitgliedern Geld. Dabei hoffen sie, später selber «beschenkt» zu werden, wenn sie in der Hierarchie aufsteigen. In der Schweiz sind Schenkkreise verboten. Mehr
Obwohl das Anwerben von neuen Mitgliedern für Schenkkreise verboten ist, blüht das «Geschäft». Die Opfer seien ganz gewöhnliche Leute, erklärt Hansjörg Ryser im Regionaljournal von Schweizer Radio DRS: «Vom gewöhnlichen Arbeiter bis zu Rechtsanwälten, obwohl diese es ja wissen müssten.»
Schenkkreise funktionieren nicht
Wissen sollten sie, dass Schenkkreis-Systeme unmöglich funktionieren können. Bereits nach wenigen Runden wären Hunderttausende von neuen Mitgliedern notwendig, um das System «am Leben zu erhalten» (siehe Box).
Rentieren können Schenkkreise also nur für die ersten Mitglieder, die Gründer quasi. Das Phänomen ist bekannt, trotzdem fallen immer wieder Menschen auf die Versprechen herein: Sie alle würden von Gier getrieben, sagt Ryser. Sie hofften auf das schnelle Geld. Und investieren dafür Unsummen: 15'000 Franken koste eine Mitgliedschaft, erklärt Ryser.
Schenkkreise sind eine Belastung für den Staat
Die vielen Schenkkreise sind laut Ryser auch ein grosses Problem für den Sozialstaat: Viele Schenkkreis-Mitglieder würden ihre Vorsorgegelder in das Schneeballsystem investieren. Anschliessend gerieten die Menschen in die Schulden und müssten Sozialhilfe beziehen. (velm)
