Spanien ist zum ersten Mal Weltmeister
Iniesta feiert sein 1:0, die Holländer sind fassungslos. (Keystone)
Die ganze Nacht hindurch haben Spanier und Fans der spanischen Mannschaft mit Feuerwerken und Fiestas den ersten Weltmeistertitel für das Team von Trainer Vicente del Bosque gefeiert. Spanien gewann den Final gegen die Niederlande in der Verlängerung 1:0.
Siegestreffer von Iniesta
«Für mich ist ein Traum wahrgeworden. Ich wollte immer Europameister und Weltmeister werden», sagte Andrés Iniesta, der das goldene Tor schoss und den Iberer den ersten WM-Titel bescherte.
Das Penaltyschiessen war nicht mehr fern, da gelang den Spaniern nochmals ein Angriff. Der eingewechselte Cesc Fabregas passte auf Andres Iniesta. Der Spielmacher bei Barcelona erzielte aus leicht spitzem Winkel in der 116. Minute den entscheidenden Treffer.
Die Holländer waren zu diesem Zeitpunkt nur noch zu zehnt auf dem Platz, weil John Heitinga fünf Minuten zuvor eine rote Karte erhalten hatte.
Zahlreiche Fouls
Bereits zum sechsten Mal konnte der Weltmeister im Final nicht in der regulären Spielzeit ermittelt werden. Ein rauschendes Fussball-Fest war das Spiel nicht. Spaniens Königin Sofia und Kronprinz Felipe sowie Hollands Prinz Willem-Alexander und Prinzessin Maxima bekamen wenig «Majestätisches» zu sehen.
Statt hoher Spielkunst erlebten die 84'490 Zuschauer eine zum Teil üble Treterei mit zwölf gelben Karten - so viele wie in keinem der vorangegangenen 18 Endspiele - und Gelb-Rot für den Holländer John Heitinga. Vor allem die Oranjes leisteten sich viele Fouls.
Von spielerischer Leichtigkeit war auf beiden Seiten nichts zu sehen. Entscheidende Vorteile verschaffte sich erstaunlich lange beidseits niemand, obwohl die Möglichkeiten durchaus vorhanden gewesen wären.
Doppelter Meister
Spanien schaffte damit, was zuvor erst Deutschland (1972/1974) und Frankreich (1998/2000) gelungen war: nacheinander die Europameisterschaft und die Weltmeisterschaft zu gewinnen. Holland scheiterte derweil zum dritten Mal nach 1974 und 1978 in einem WM-Final.
Verhalten fielen demzufolge die Feiern in den Niederlanden aus. Die Enttäuschung darüber, dass die «Elftal» es wieder nicht geschafft hat, den Pokal zu gwinnen, war riesig. (cdm, si/ddp/dpa)
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