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Mittwoch, 2.5.2012

Greenpeace-Aktivist wirft Rauchbombe über AKW ab

Angriff aus der Luft: Ein Greenpeace-Aktivist ist mit einem Motor-Gleitschirm in den Hochsicherheitsbereich des französischen Atomkraftwerks Bugey eingedrungen. Der Deutsche wurde vom Kraftwerkbetreiber umgehend festgenommen.

Ein Aktivist mit einem Motor-Gleitschirm dringt in das AKW bei Bugey ein. (Keystone)

Wenige Tage vor der Stichwahl um das französische Präsidentenamt hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace durch eine spektakuläre Aktion die Sicherheitsrisiken französischer Atomkraftwerke angeprangert. Ein Aktivist überflog mit einem Motor-Gleitschirm das Atomkraftwerk im ostfranzösischen Bugey und warf zwei Rauchbomben über der Anlage ab.

Danach landete der Deutsche im inneren Bereich des AKW, zündete eine weitere Rauchbombe und wurde danach ebenso wie ein weiterer Aktivist festgenommen. «Das Ziel dieser Aktion ist, eine Botschaft an die beiden Präsidentschaftskandidaten zu senden, die das Risiko der Atomkraft leugnen», sagte eine Sprecherin von Greenpeace Frankreich. Es sollten die Risiken eines Angriffs von aussen auf ein Atomkraftwerk aufgezeigt werden, etwa ein Flugzeugabsturz.

Betreiber sieht kein Sicherheitsrisiko
Der Atomkraftwerkbetreiber, der Stromkonzern EDF, versicherte, dass die Aktion die Sicherheit der Atomanlage nicht in Frage gestellt habe. Die Ende 2011 verstärkten Sicherheitsmassnahmen hätten es erlaubt, den Aktivisten sofort zu entdecken und zu ergreifen.

Laut dem Innenministerium wurde der Motor-Gleitschirm bereits entdeckt und verfolgt, «bevor er überhaupt die Anlage überflogen hat». Es sei klar gewesen, dass es sich um einen Umweltschutzaktivisten handelte.

Beide Kandidaten halten an Atomstrom fest
Frankreich ist der grösste Atomstromproduzent Europas, drei Viertel des Stroms kommen aus den 58 Atomreaktoren. Die beiden Präsidentschaftskandidaten für die Stichwahl am nächsten Sonntag, der konservative Staatschef Nicolas Sarkozy sowie der Sozialist François Hollande, wollen an der Atomkraft festhalten.

Hollande will allerdings schrittweise umsteuern und in der nächsten Amtszeit das mehr als 30 Jahre alte, besonders umstrittene Atomkraftwerk Fessenheim an der Grenze zur Schweiz und Deutschland abschalten. (fors, sda/afp)

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