Politische Hängepartie in Kiel
Die Wahlbeteiligung lag mit 60,1 Prozent so niedrig wie nie zuvor in Schleswig-Holstein. (Keystone Archiv)
Die Landtagswahl hat unklare Machtverhältnisse in Schleswig-Holstein gebracht. Die bisher regierende CDU landete zwar prozentual knapp vor der oppositionellen SPD. Beide Parteien errangen aber gleich viel Sitze im neuen Landtag.
SPD will «Dänen-Ampel»
Die SPD will nun mit den Grünen und dem Südschleswigschen Wählerverband (SSW) eine Koalition bilden. Die sogenannte «Dänen-Ampel» hat jedoch nur eine Ein-Stimmen-Mehrheit. Nach Ansicht von SPD-Chef Sigmar Gabriel ist dies aber kein Problem.
FDP schafft 5-Prozent-Hürde
Die bundesweit angeschlagene FDP feierte in Schleswig-Holstein ein unerwartet starkes Comeback. Die Piraten setzten ihren Siegeszug fort und zogen zum dritten Mal in ein Landesparlament ein. Die Linke patzte dagegen und flog raus.
Nach dem vorläufigen amtlichen Ergebnis siegte die CDU mit 30,8 Prozent. Die SPD kommt mit 30,4 Prozent und einem Abstand von rund 4800 Stimmen auf den zweiten Platz. Auf dem dritten Platz liegen die Grünen mit 13,2 Prozent. Das ist ihr bisher bestes Ergebnis bei einer Landtagswahl im Norden.
Vorläufige Endresultate
Die FDP verbuchte mit 8,2 Prozent - trotz starker Verluste - ihr zweitbestes Ergebnis überhaupt. Die Piraten ziehen mit 8,2 Prozent nach Berlin und dem Saarland erneut in ein Parlament ein. Die Linke fliegt nach nur zweieinhalb Jahren mit 2,2 Prozent wieder aus dem Landtag. Die Partei der dänischen Minderheit, der Südschleswigsche Wählerverband (SSW), für den die Fünf-Prozent-Klausel nicht gilt, erhält 4,6 Prozent.
Die Wahlbeteiligung lag mit 60,1 Prozent so niedrig wie nie zuvor in Schleswig-Holstein. Im neuen Landtag werden CDU und SPD mit jeweils 22 Abgeordneten vertreten sein. Die Grünen haben 10 Mandate, FDP und Piraten jeweils 6 und der SSW 3 Mandate. (bat, dpa/reuters)
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