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Donnerstag, 10.5.2012

«Das ist ein herber Rückschlag»

Mit dem Suchoi Superjet 100 wollte Russland in den internationalen Luftfahrtmarkt vordringen. Nun ist das Flugzeug während eines Demonstrationsfluges in Indonesien abgestürzt. Luftfahrt-Experte Heinrich Grossbongardt mit einer ersten Einschätzung.

Was wissen Sie über die Absturz-Ursache?
Heinrich Grossbongardt: Wissen kann man zu diesem Zeitpunkt noch nichts. Aber es gibt natürlich Indizien - wie beispielsweise die Fotos der Absturzstelle. Man kann daraus schliessen, dass das Flugzeug unangemessen niedrig in sehr bergigem Gelände geflogen ist, bevor es in den Hang krachte.

Warum denn trotzdem diese Route? Wollte der Pilot zeigen, wie gut der Flieger ist?
Es war ein Demonstrationsflug. Der Pilot wollte den Gästen an Bord sicher etwas besonderes zeigen. Da ist er nicht nur um den Gipfel des Vulkans geflogen, sondern tiefer in das Terrain herein.

An Bord waren 50 Personen. Ist das üblich für einen Demonstrationsflug?
Ja. Jedoch werden bei anderen Demonstrationsflügen - beispielsweise bei Boeing oder Airbus - die Grenzen nicht so ausgelotet. Das ist verantwortungslos.

Russland wollte mit dem Superjet Fuss im internationalen Markt fassen. Was bedeutet dieser Absturz jetzt für die russische Luftfahrt?
So etwas ist natürlich immer ein herber Rückschlag. Es ist das erste moderne Verkehrsflugzeug der Russen, dasssie auf den Markt bringen und im Weltmarkt verkaufen wollen. Man darf nicht vergessen: Das Flugzeug ist bereits im Einsatz. Beispielsweise bei der Aeroflot. In der Schweiz hat die Firma Comlux mehrere Flugzeuge bestellt und will sie zu VIP-Jets umrüsten. Bei andern Anbieter hatte Russland bisher jedoch keinen grossen Erfolg gehabt. Und der Unfall trägt sicher nicht dazu bei, die Marktchancen zu erhöhen. (fors)

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Flugfahrt-Experte Heinrich Grossbongardt geht von einem Pilotenfehler aus. (DRS4)
Hören (3:46)

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