Erde bebt weiter in Norditalien
Rund 5000 Obdachlose schlafen nach dem Beben in Italien in Notunterkünften. (Keystone)
Die Erde in Norditalien kommt nicht zur Ruhe: Eine Serie von 34 Nachbeben hat in der Nacht zum Dienstag die Menschen in Norditalien weiter beunruhigt. Zwischen 22.00 Uhr abends und 07.00 Uhr morgens habe es die Erschütterungen mit einer Magnitude über 2,0 gegeben, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf das Nationale Geophysikalische und Vulkanologische Institut. Ein Erdstoss haben die Stärke von 3,5 erreicht.
Demos bei Montis Ankunft
Regierungschef Mario Monti hat am Dienstag den Erdbebenort Sant'Agostino in der norditalienischen Region Emilia Romagna besucht.
Bei Montis Ankunft demonstrierten eine Handvoll Menschen gegen dessen Politik, insbesondere gegen die neue Immobiliensteuer IMU, die ab 1. Juni gezahlt werden soll. Monti wollte auch in das ebenfalls schwer betroffene Finale Emilia fahren.
Die Regierung beabsichtigte, am Dienstag über finanzielle Hilfen zu beraten. Jedoch wurde erwartet, dass angesichts der Schuldenkrise nicht viel Geld lockergemacht werden kann.
5000 Menschen obdachlos
Durch das Beben der Stärke 6,0 am Sonntag kurz nach 4 Uhr früh kamen mindestens sieben Menschen ums Leben, 50 Personen wurden verletzt.
Nach ersten Schätzungen wurden mindestens 5000 Menschen obdachlos. Besonders betroffen waren die Provinzen Modena, Ferrara, Bologna und Mantua. An vielen historischen Gebäuden entstanden schwere Schäden. Die Schadensumme geht wahrscheinlich in die Milliarden. Allein die Bauern machen Schäden in Höhe von bis zu 200 Millionen Euro geltend.
Regenfälle behindern die Aufräumarbeiten und machen die Lage für die Opfer noch schwieriger. Hunderte Helfer sind im Einsatz, darunter laut dem Portal «corriere.it» rund 600 Polizeibeamte.
Verluste von Parmesan-Käse
Grosse Verluste erlitten auch die Hersteller von Parmesan-Käse. Nach Angaben der landwirtschaftlichen Vereinigung Coldiretti wurden durch das Beben rund 400'000 Laibe Parmesan und Grana Padano, einer ähnlichen Käsesorte, beschädigt oder zerstört.
Laut Coldiretti starben auch mehr als 100 Schweine in den Trümmern. Zunächst war unklar, ob es sich um Tiere handelte, die speziell für die Produktion von Parmaschinken vorgesehen waren. Ein Sprecher von Coldiretti konnte dazu auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa keine Angaben machen. «Da die Tiere aus der Region vom Parma waren, ist es nicht ausgeschlossen», sagte er.
Beben auch in Bulgarien
Auch in Bulgarien bebte in der Nacht zum Dienstag die Erde heftig. Anders als in Italien kamen die Bulgaren mit dem Schrecken davon. Eingestürzte Schornsteine, Risse an Häusern und leicht Verletzte waren die Folgen eines Bebens der Stärke 5,9, des schwersten Erdbebens im Raum Sofia seit rund hundert Jahren. (basn, sda/dpa/apa/afp)
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