Tat in Karlsruhe war geplant
Einsatzkräfte machen sich bereit für den Einsatz bei der Geiselnahme in Karlsruhe. (Keystone)
Bei der Geiselnahme in Karlsruhe hat der Täter nach Angaben der Staatsanwaltschaft seine Opfer «regelrecht hingerichtet». Die Polizei geht von vierfachem Mord aus. Die Tat sei geplant gewesen.
Bei der Geiselnahme hat die Polizei von der Schusswaffe Gebrauch gemacht. Die Opfer seien zu diesem Zeitpunkt aber schon tot gewesen, sagte Oberstaatsanwalt Gunter Spitz vor Journalisten in Karlsruhe.
Wegen Zwangsräumung
Zu der Geiselnahme war es bei einer Zwangsräumung gekommen. «Der Gerichtsvollzieher konnte mit dem schlimmen Verlauf zu keinem Zeitpunkt rechnen», erläuterte Spitz. Der Täter sei zuvor nicht mit Gewaltdelikten in Erscheinung getreten.
Der Geiselnehmer liess nach etwa 45 Minuten eine seiner Geiseln frei. Es handelte sich nach Angaben der Polizei um einen Sozialarbeiter der Stadt, der den Gerichtsvollzieher begleitet hatte. Dieser hörte beim Verlassen des Hauses fünf weitere Schüsse und verständigte die Polizei.
Der Geiselnehmer hat den Gerichtsvollzieher nach Angaben der Polizei erst zweimal in den Oberschenkel geschossen. Dann musste der ebenfalls in Geiselhaft genommene Mitarbeiter eines Schlüsseldienstes die anderen Opfer fesseln. Als er zu flüchten versuchte, hat der Täter mehrfach auf ihn geschossen.
Besorgte Eltern
Die Polizei hatte den Tatort in dem Wohngebiet mit zwei Schulen und Kindergärten weiträumig abgesperrt. Mehrere Häuserblocks in der Karlsruher Nordstadt wurden evakuiert. Anwohner durften sicherheitshalber nicht in ihre Häuser.
Bei der Polizei liefen die Telefone heiss - unter anderem von Eltern, die sich um ihre Kinder sorgten. «Wir bekommen viele besorgte Anrufe», sagte ein Polizeisprecher. Mehrere Krankenwagen waren vor Ort, auch ein Hubschrauber kreiste über dem Gelände. (basn, dpa)
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