Russland trauert: Über 150 Tote bei Unwetter
Zerstörung und Leid nach verheerender Flutwelle in Südrussland. (Reuters)
Die schwerste Flutkatastrophe in der jüngeren Geschichte Russlands hat mehr als 150 Menschen das Leben gekostet. Meterhohe Wellen und Schlammlawinen überraschten nach zweitägigem Dauerregen die Menschen am Schwarzen Meer im Schlaf.
Allein im Bezirk Krimsk rund 300 Kilometer nördlich von Sotschi, wo 2014 die Olympischen Winterspiele stattfinden, seien etwa 140 Menschen ertrunken, hiess es. Rund 1500 Rettungskräfte waren im Dauereinsatz. Augenzeugen berichteten von rund sieben Meter hohen Wellen, die in die Orte hineingeschossen seien.
Das schlammige Hochwasser überflutete etwa 5000 Häuser, rund 22'000 Menschen waren ohne Strom. In mehreren Städten wurde der Ausnahmezustand ausgerufen. Bahngleise und Strassen seien unterspült oder von Schlamm überdeckt. Die Armee stellte Speziallastwagen und Hebekräne bereit. Experten schätzten den Schaden auf umgerechnet 250 Millionen Euro.
Vorwürfe an Behörde
Kremlchef Wladimir Putin forderte bei einem Blitzbesuch am Ort der Tragödie rund 1200 Kilometer südlich von Moskau eine Untersuchung. Es soll geklärt werden, ob die Bevölkerung in der Ferienregion früh genug gewarnt worden sei.
Bewohner der Region warfen den Behörden vor, die Schleusen eines nahen Stausees geöffnet und damit das Hochwasser mitverursacht zu haben. Putin verhängte für diesen Montag landesweite Staatstrauer und versprach den Betroffenen neue Häuser sowie Finanzhilfen von umgerechnet 50'000 Euro. (fors, dpa)
