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Mittwoch, 11.7.2012

Putin verstärkt den Druck auf seine Gegner

In Russland sollen Behörden künftig ohne gerichtliche Entscheidung Internetseiten sperren lassen können. Für üble Nachrede drohen weitaus drastischere Strafen. Bürgerrechtler warnen vor Missbrauch und Druck auf Regierungsgegner.

Wladimir Putin. (Keystone)

Mit zwei neuen umstrittenen Gesetzen zieht Kremlchef Wladimir Putin nach Ansicht von Bürgerrechtlern die Daumenschrauben gegen seine Kritiker weiter an. Ungeachtet internationaler Proteste erlaubte das Parlament in Moskau, die Duma, erstmals eine gesetzliche Sperrung von Internetseiten.

Gemäss dem am Mittwoch verabschiedeten Gesetz geht es dabei vor allem um den Schutz für Kinder. Allerdings befürchten Gegner politischen Missbrauch sowie Zensur.

Internetseiten blockieren
Nach dem neuen Internet-Gesetz können Behörden künftig ohne Gerichtsbeschluss schwarze Listen anlegen und Internet-Seiten blockieren lassen. Als Gründe für eine Sperrung sind Inhalte mit Kinderpornografie, eine Verherrlichung von Drogenkonsum und Aufrufe zu Selbstmorden aufgeführt.

Gegen die Annahme hatten mehrere Internetanbieter und Verbände protestiert. Auch die EU hatte sich besorgt gezeigt wegen der möglichen Einschränkung demokratischer Freiheiten.

Wikipedia protestiert
Das Internetportal Wikipedia hatte am Dienstag aus Protest gegen das Gesetz seine russischen Seiten gesperrt. Das Internet gilt in der ansonsten von Staatsmedien geprägten Medienlandschaft bislang als einer der letzten Räume für Meinungsfreiheit in Russland.

Der prominente Blogger und Anwalt Alexej Nawalny warnte davor, dass durch Kommentare auf Internetseiten und in Online-Foren sowie durch gezielte Provokationen Seiten zu einem Fall für die Behörden werden können. Immer wieder waren Oppositionsseiten in der Vergangenheit in Russland nicht erreichbar.

Vor der Verabschiedung des Gesetzes war eine Formulierung zum Schutz vor «schädlichen Informationen» gestrichen worden, wonach die Gefahr einer beliebigen Sperrung noch grösser gewesen wäre. Die schwarzen Listen sollen vom 1. November an entstehen.

Höhere Strafen für Verleumdung
Zudem brachte die Staatsduma ein Gesetz über deutlich drastischere Strafen für Verleumdung auf den Weg.

Das von der Putin-Partei Geeintes Russland dominierte Parlament stimmte nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax in erster Lesung dafür, die Strafen für üble Nachrede von bislang maximal 3000 Rubel auf bis zu 500'000 Rubel (knapp 15'000 Franken) oder fünf Jahre Haft zu vervielfachen. Damit würde der Tatbestand nach nicht einmal einem Jahr wieder ins Strafgesetzbuch zurückkehren.

Erst vor kurzem waren die Strafen für Verstösse gegen das Demonstrationsrecht drastisch verschärft worden. Kremlgegner werfen Putin vor, mit den in Windeseile durchgepeitschten Gesetzen seine Kritiker noch heftiger unter Druck setzen zu wollen. (basn;pet, dpa)

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Dienstag, 12.6.2012

Putins Gegner lassen sich nicht einschüchtern

Ungeachtet zahlreicher Einschüchterungsversuche hat die russische Opposition der Führung des Landes mit einer Grossdemonstration die Stirn geboten. Zehntausende Menschen zogen  durch Moskau und forderten den Rücktritt von Präsidenten Wladimir Putin.   Mehr


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