Sudan und Südsudan einigen sich im Ölstreit
Hat die Einigung Bestand, dürfte dieses Bild - warten auf Benzin in Südsudan - bald der Vergangenheit angehören. (Reuters Archiv)
Die Islamisierung und ein blutiger Bürgerkrieg führten dazu, dass der Sudan in zwei Staaten geteilt wurde. Mehr
Sudan und das kürzlich unabhängig gewordene Südsudan hätten ein Abkommen über die finanziellen Details des Öltransits aus dem Süden durch den Norden getroffen, erklärte der Vermittler der Afrikanischen Union (AU), Thabo Mbeki.
Ölförderung soll wieder aufgenommen werden
Die im Januar gestoppte Förderung des Erdöls in Südsudan werde wieder aufgenommen, kündigte der frühere südafrikanische Präsident nach einer Sitzung des Friedens- und Sicherheitsrats des Staatenbundes in Addis Abeba an.
Der Uno-Sicherheitsrat hatte den beiden Staaten eigentlich eine Frist bis zum 2. August gesetzt, um den Streit zu regeln. Südsudan hat bei der Teilung des Landes vor einem Jahr drei Viertel der Erdölreserven erhalten. Zum Export ist das Binnenland aber weiter auf die Ölpipelines des Norden angewiesen.
Öl als Bezahlung abgezweigt
Angesichts von Differenzen über die Transitgebühren hatte Khartum im Norden entschieden, als Bezahlung selbstständig Öl abzuzweigen. Der Süden hatte daraufhin im Januar die Produktion gestoppt.
Damit verlor der junge Staat jedoch 98 Prozent seiner Einnahmen, während die Inflation in die Höhe schnellte. Und im Norden litt die Wirtschaft unter dem Produktionsstopp.
Zu dem Streit um die Transitgebühren kommen eine Reihe ungeklärter Grenzfragen hinzu, insbesondere die Ölfelder in der Grenzregion betreffend. Die beiden Staaten lieferten sich in den vergangenen Monaten wiederholt blutige Kämpfe im Grenzgebiet. Zudem werfen sie einander vor, feindliche Rebellengruppen zu unterstützen.
Clinton forderte Kompromiss
US-Aussenministerin Hillary Clinton hatte am Freitag bei einem Besuch in der südsudanesischen Hauptstadt Juba die beiden Staaten zum Kompromiss aufgerufen, um die seit der Unabhängigkeit am 9. Juli 2011 ungelösten Streitfragen zu regeln.
Clinton rief auch die südsudanesische Regierung auf, im Streit um die beim Export zu entrichtenden Transitgebühren ein «vorläufiges Abkommen» mit Khartum zu treffen, um eine Wiederaufnahme der Förderung zu erlauben.
Beide Staatschefs wollen sich treffen
AU-Vermittler Mbeki kündigte in der Nacht zu Samstag auch ein Treffen zwischen Sudans Präsident Omar al-Bashir und seinem südsudanesischen Kollegen Salva Kiir im September an. Dann soll über den Status der erdölreichen Grenzregion Abyei gesprochen werden.
Trotz der Einigung warf der südsudanesische Chefunterhändler Pagan Amum dem Norden vor, die Gespräche untergraben zu wollen. Insbesondere warf er Karthum vor, weiter Luftangriffe auf Ziele im Süden zu fliegen.
Auch Sudan äusserte Vorbehalte. Die Regierung bestätigte über die amtliche Nachrichtenagentur Suna eine Einigung im Ölstreit. Es teilte aber mit, das Abkommen werde nur umgesetzt, wenn auch der Streit um die Grenzsicherheit gelöst werde. Eine schnelle Aufnahme der Ölexporte über den Norden sei deshalb nicht zu erwarten. (pet, sda/afp)
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