Polizei untersucht Gewaltausbruch
Das Gebiet um die Mine wird scharf bewacht. (Keystone)
Südafrika ist nach den tödlichen Ausschreitungen vor einer Platinmine geschockt. Bei vielen weckte der Einsatz der Polizei Erinnerungen an die Zeit der Apartheid. Präsident Jacob Zuma kündigte eine Untersuchung zu den Umständen des Todes der 34 Arbeiter an. «Es ist klar, dass etwas Ernstes hinter diesen Ereignissen steht», sagte Zuma bei einem Besuch der Mine.
Der Präsident kehrte frühzeitig von einem Besuch in Mosambik zurück, als das Ausmass des Blutvergiessens in der Grube von Marikana klar wurde. «Wir müssen die Wahrheit herausfinden», sagte er zu den gewaltsamen Ausschreitungen, die er «schockierend» nannte.
Zumas Reaktion auf den Vorfall könnte für ihn entscheidend für die erneute Bewerbung als Parteichef des regierenden ANC werden.
Untersuchung begonnen
Nun haben interne Polizeiermittler die Arbeit aufgenommen. Die Experten seien am Samstag in der Grube von Marikana eingetroffen, teilte die Dienstaufsichtsbehörde mit.
Aufgabe der Ermittler sei es zu klären, ob der Polizeieinsatz im Verhältnis zu der Bedrohung durch die Bergarbeiter gestanden habe, so die Aufsichtsbehörde.
Der Ort der Ausschreitungen war am Samstag weiter unter Kontrolle der Polizei. Allerdings waren nach Angaben von Augenzeugen weitaus weniger gepanzerte Einsatzfahrzeuge im Einsatz als am Vortag.
Einige hundert Meter entfernt versammelten sich Arbeiter der Mine, viele von ihnen waren mit Holzstöcken und Eisenstangen bewaffnet. Die Lage blieb zunächst ruhig. Ein Polizeihelikopter überflog den Ort.
Polizei will in Notwehr gehandelt haben
Nach Polizeiangaben hatten die Streikenden ein Ultimatum des Bergwerkbetreibers zurückgewiesen, der ihnen im Falle der Fortsetzung des Streiks mit Entlassung drohte.
Die Polizei eröffnete nach eigenen Angaben «in legitimer Selbstverteidigung» das Feuer auf eine Gruppe von Arbeitern, als diese sie mit Schusswaffen angriffen. (luek sda/afp/dapd/dpa)
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