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  • Ägypten nach dem Ende der Ära Mubarak :

Porträt: Hosni Mubarak

Als Hosni Mubarak 1981 aus einer Krise heraus an die Macht kam, war das für viele Ägypter ein beruhigendes Symbol der Stabilität. Doch nach 30 Jahren als autoritär herrschender Staatspräsident war sein Kapital im Volk endgültig aufgebraucht, im Februar 2011 musste Mubarak nach massiven Protesten den Hut nehmen.

Hosni Mubarak wurde am 4. Mai 1928 im Dorf Kafr al-Museilha in der Provinz Manufia im Nildelta als Sohn einer kleinbürgerlichen Familie geboren.

Er absolvierte die Militärakademie, wurde zum Studium nach Russland delegiert, ging als Kampfpilot zur Luftwaffe und stieg rasch in Führungspositionen auf. Als Kampfflieger im nordjemenitischen Bürgerkrieg wurde er 1969 Stabschef und später Oberbefehlshaber der ägyptischen Luftstreitkräfte.

Mubarak kämpfte im Jom-Kippur-Krieg 1973 als Generalleutnant und wurde im April 1975 ägyptischer Vizepräsident. Der damalige Staatspräsident Anwar al-Sadat schickte ihn 1979 zu den Friedensgesprächen mit Israel.

30 Jahre Ausnahmezustand
Mubarak sass neben Anwar al-Sadat auf der Tribüne, als dieser bei einer Militärparade von militanten Islamisten erschossen wurde. Nach der Ermordung Sadats wurde Mubarak am 14. Oktober 1981 Staats- und Ministerpräsident Ägyptens. Er wurde mit 98,5 Prozent der Stimmen ins höchste Staatsamt gewählt.

Mubarak regierte Ägypten im Ausnahmezustand fast 30 Jahre lang. Im Januar 1982 gab er das Amt des Ministerpräsidenten ab. Im Lauf seiner Amtszeit unternahm er, der so kampfeslustig wie stur sein kann, zaghafte Schritte hin zu demokratischen Reformen. Doch dann zog er sich wieder auf das autoritäre System zurück.

Treuer Verbündeter des Westens
Mubarak erntete Lob dafür, dass er Ägypten nicht in die Hände islamistischer Extremisten fallen liess, und war in all den Krisen im Nahen Osten ein treuer Verbündeter des Westens. Er gewann das Vertrauen Israels, profilierte sich als wichtiger Vermittler im Konflikt mit den Palästinensern und wurde dafür von den USA mit Milliarden unterstützt.

Sein ernsthaftes, vorsichtiges Image gab vielen Ägyptern Sicherheit. Im Lauf der Jahre wurde Mubarak jedoch unnahbarer, sein Auftritt in der Öffentlichkeit sorgfältig inszeniert; sein autoritärer Stil passte immer weniger in die neue, nach Offenheit strebende Zeit.

Der Unmut über sein Regime wuchs vor allem in den letzten Jahren. Es gab zwar neue Pressefreiheiten; dies führte dazu, dass Beiträge verfasst wurden, die das brutale Vorgehen der Polizei aufdeckten. Nur die Wenigsten profitierten zudem von einer Reihe von Wirtschaftsreformen.

Gegner ins Gefängnis geworfen
2005 versuchte Mubarak es mit demokratischen Reformen und liess Gegenkandidaten zur Präsidentschaftswahl zu. Als die Opposition aber Erfolg hatte, machte er eine radikale Kehrtwende und liess seinen Gegenspieler Ayman Nour und führende Vertreter der Muslimbruderschaft ins Gefängnis werfen.

Auch der rasche Aufstieg seines Sohns Gamal in der Regierungspartei weckte Befürchtungen, dass die Macht in der Familie bleibt. Mubarak zog offensichtlich seinen Sohn Gamal als Nachfolger heran, was vielen Ägyptern jede Hoffnung nahm, dass sich etwas ändern könnte.

Angefacht von der Revolution in Tunesien kam es auch in Ägypten im Januar 2011 zu massiven Demonstrationen gegen das System Mubarak. Schliesslich musste der Langzeit-Herrscher am 11. Februar zurücktreten, offenbar hatte er auch den Rückhalt in der Armee verloren.

Milliarden-Vermögen angehäuft
Das Vermögen der vierköpfigen Familie Mubarak wird auf mehrere Milliarden US-Dollar geschätzt. Grosse Teile davon dürften auf ausländischen Konten liegen und wurden nach Mubaraks Sturz eingefroren.

Mubarak verschanzte sich nach dem erzwungenen Rücktritt im Februar 2011 zunächst im Badeort Sharm al-Sheikh. Später wurde er in Haft genommen und es wurde ihm der Prozess gemacht. Anfang Juni 2012 verurteilte ihn ein Gericht in Kariro wegen der Tötung hunderter Demonstranten durch Sicherheitskräfte während des Volksaufstands zu lebenslanger Haft.

Nur wenige Tage später wurde gemeldet, dass Mubarak einen Schlag- und Herzanfall erlitten habe und im Koma liege. (ank/pet, sda/dapd)

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