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  • EU-Kommission boykottiert EM in der Ukraine:

Sonntag, 29.4.2012

Druck auf die Ukraine wächst

Nun kritisiert auch der russische Präsident Medwedew die Ukraine wegen der Inhaftierung von Julia Timoschenko. Bundeskanzlerin Angela Merkel denkt offenbar gar über einen politischen Boykott der Fussball-Europameisterschaft nach.

Dmitri Medwedew (Keystone)

Knapp sechs Wochen vor Fussball Europameisterschaft wächst der Druck auf das autoritäre Regime in der Ukraine. Neben dem Westen kritisiert auch Russland die Inhaftierung der ehemaligen Kiewer Regierungschefin Julia Timoschenko.

Kremlchef Dmitri Medwedew nannte den Umgang des Nachbarlands mit Timoschenko «völlig inakzeptabel». Harte Bandagen seien in der politischen Auseinandersetzung normal, das rechtfertige aber nicht die Inhaftierung direkter Rivalen nach einem politischen Prozess, zitierte die Agentur Interfax Medwedew am Sonntag.

Die Rivalin von Präsident Viktor Janukowitsch befindet sich nach eigenen Angaben seit einer Woche im Hungerstreik. ist. Der russische Staatschef nannte die Situation in der Ukraine «höchst befremdlich».

Ein möglicher Boykott von EM-Spielen ist in Russland aber kein Thema.

Merkel erwägt EM-Boykott
Anders in Deutschland: Bundeskanzlerin Angela Merkel erwägt einen politischen Boykott der Fussball-EM, die die Ukraine gemeinsam mit Polen ausrichtet.

Sollte die in Haft erkrankte Politikerin bis zu dem in knapp sechs Wochen beginnenden Turnier nicht freigelassen worden sein, will Merkel nach Informationen des Magazins «Der Spiegel» ihren Ministern empfehlen, den Spielen in der Ukraine fernzubleiben. Das Bundespresseamt wollte sich zu dem «Spiegel»-Bericht nicht äussern.

Schwere Vorwürfe
Timoschenko klagt seit längerem über starke Rückenschmerzen. Sie wirft dem Staat Foltermethoden in Haft vor, weil sie nicht ordnungsgemäss behandelt werde. Jüngste Fotos zeigen die 51-Jährige mit Prellungen, die ihr Wachbeamte bei einem erzwungenen Transport in eine Klinik vor einer Woche zugefügt haben sollen.

Die Strafvollzugsbehörde in Charkow wies die Vorwürfe erneut zurück. Timoschenko beklage sich bereits seit August immer wieder über Blutergüsse, sagte ein Justizsprecher.

Er äusserte auch Zweifel an dem angeblich am 20. April begonnenen Hungerstreik. Da Timoschenko sich aus einem Kühlschrank in der Zelle selbst versorge und keine Gefängniskost beziehe, sei eine Kontrolle schwer möglich. (luek, sda/dpa/dapd)

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Samstag, 28.4.2012

Prozess gegen Timoschenko vertagt

Ein Gericht in der Ukraine hat den neuen Prozess gegen Julia Timoschenko vertagt. Die Ex-Ministerpräsidentin ist im Gefängnis erkrankt, sie leidet unter einem chronischen Bandscheibenvorfall und befindet sich im Hungerstreik.  Mehr


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