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  • Frankreich hat einen neuen Präsidenten gewählt:

Französische Résistance lebt im Web wieder auf

Drakonische Strafen hat der französische Staat all jenen angedroht, die Ergebnisse oder Hochrechnungen zur Präsidentschaftswahl am 22. April vor 20 Uhr veröffentlichen. Doch findige Internetnutzer schafften es, das umstrittene Gesetz zu umgehen.

Alte Kommunikationsformen aus dem Untergrundkampf des Zweiten Weltkriegs wurden bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich neu belebt. Verschlüsselte Geheimbotschaften wie einst zu Résistance-Zeiten machten am Sonntag im Kurznachrichtendienst Twitter die Runde.

In Anspielung auf damalige codierte Geheimbotschaften der britischen BBC wurden unter dem Codenamen «RadioLondres» Meldungen veröffentlicht wie: «Niederlande zur Halbzeit vor Ungarn» - wobei «Niederlande» als Deckname für den sozialistischen Kandidaten François Hollande diente und «Ungarn» für Präsident Nicolas Sarkozy steht, dessen Vater aus Ungarn stammt.

«Pudding zum Dessert»
Präzisere Angaben zum prozentualen Abstand zwischen den beiden aussichtsreichsten Kandidaten gab es durch den Satz: «In Kanada ist der holländische Ahornsirup mit 33 Dollar deutlich teurer als der ungarische, der nur 26 Dollar wert ist.»

Ein anderer Twitter-Satz spiegelte die Ergebnisse der Abstimmung unter den in Amerika lebenden Franzosen wider: «Der fliegende Holländer hat in Nordamerika angelegt.» Weniger elegant dagegen kam ein Hinweis auf Hollande daher, der sich auf seinen Spitznamen - einen bekannten französischen Pudding - bezog: «Es gibt Pudding zum Dessert».

Während des Zweiten Weltkrieges hatte der spätere Präsident Charles de Gaulle von London aus die Widerstandsbewegung gegen die Nazis mit verschlüsselten Botschaften über die britische BBC gelenkt. (basn, sda/dpa/afp)

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