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  • Jemen: Zwischen al-Qaida und Armut:

Jemen: Armes Land am Abgrund

Jemen ist - trotz seiner Ölvorkommen - das Armenhaus der Arabischen Halbinsel. Die Bevölkerung wächst stark, das Wasser ist knapp und wird für den Drogenanbau verschwendet, was die soziale Situation verschärft.
Karte: Jemen

Die Republik Jemen ist eines der ärmsten Länder der Welt und das ärmste Land im Nahen Osten. Es gehört mit einem geschätzten Pro-Kopf-Bruttosozialprodukt von etwa 2300 US-Dollar (kaufkraftbereinigt) zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt.

Erdölvorräte bald erschöpft
Die Hälfte der Bevölkerung Jemens lebt unterhalb der Armutsgrenze. Die mittlere Lebenserwartung liegt bei etwa 60 Jahren und die Kindersterblichkeit ist mit 10 Prozent aussergewöhnlich hoch.

Die jemenitische Wirtschaft wird durch den Öl- und Gassektor dominiert, der etwa 90 Prozent der Exporteinnahmen erwirtschaftet. Doch Experten gehen davon aus, dass die Vorräte Jemens in 10 bis 15 Jahren erschöpft sein werden.

Drogenanbau als Einnahmequelle
Die Landwirtschaft beschäftigt mehr als 60 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung, trägt jedoch nur wenige Prozent zum Gesamtexport bei. Trotz der Ausweitung der künstlichen Bewässerung ist Ackerbau nur auf rund sieben Prozent der Fläche möglich.

Wichtigste Einnahmequelle der Landwirtschaft ist der steigende Anbau der Droge Khat, der einen grossen Teil des Wassers verschlingt. Obschon auch Kaffee, Weizen und Hirse angebaut werden, muss Jemen etwa zwei Drittel der Grundnahrungsmittel einführen.

Touristisches Top-Ziel
In den Grossstädten ziehen die charakteristischen Hochbauten aus Lehm die Touristen an. Die in diesem Stil errichtete Altstadt der Hauptstadt Sanaa wurde von der Unesco schon früh zum Weltkulturerbe erhoben. Die legendäre Königin von Saba soll im wüstenumgebenen Marib gelebt haben. Für das Landesinnere typisch sind Burgen der Stammesfürsten auf Bergspitzen, an die sich die Wohnhäuser der Clans anlehnen.

Lange war Jemen ein beliebtes Ziel für Kulturreisende. Doch regionale Stammesfürsten, aber auch islamische Fundamentalisten, haben in der Vergangenheit immer wieder Touristen und andere Ausländer entführt, um Forderungen an die Behörden durchzusetzen. Seither rät das das Eidgenössische Aussendepartement von Reisen nach Jemen ab.

Demokratie und Stammesherrschaften
Die Republik Jemen ist laut Verfassung von 1994 ein arabischer islamischer Staat, an dessen Spitze der Staatspräsident steht. Dieser ist gleichzeitig Oberkommandierender der Streitkräfte. Das Parlament mit 301 Sitzen wird alle sechs Jahre gewählt.

Doch die Herrscher von mehreren hundert Stämmen erkennen die Zentralgewalt des Staates nicht an und es gilt oft eine willkürliche Stammesgerichtsbarkeit.

Frauen ausgeschlossen
Unter den Menschenrechtsverletzungen leiden insbesondere die Frauen. Sie sind vom politischen und wirtschaftlichen Leben weitgehend ausgeschlossen. Mehr als die Hälfte der Frauen können weder lesen noch schreiben. Mädchen werden sehr früh verheiratet. Jemen ist auch eines der Länder, in denen die Genitalverstümmelung von Frauen praktiziert wird. (luek, dpa)

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Jemen: Zahlen & Fakten

Einwohner
rund 24 Millionen

Hauptstadt
Sanaa

Amtssprache
Arabisch

Religion
Islamisch

Staatsform
Islamische Präsidialrepublik

Staatsoberhaupt
Ali Abdullah Saleh

Regierungschef
Ali Muhammad Mujawwar

BIP
ca. 25 Mrd. US-Dollar (2009)

Dossier: Jemen zwischen Terror und bitterer Armut
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