(Archi Keystone)
Porträt: Goran Hadzic
Der mutmassliche serbische Kriegsverbrecher Goran Hadzic wurde während des Bürgerkrieges in Kroatien aus dem Nichts zum Spitzenpolitiker. Er soll während des Jugoslawien-Krieges mit dem illegalen Verkauf von Treibstoffen viel Geld gemacht haben.
Hadzic hat eine erstaunliche Blitzkarriere hingelegt. Vor dem Bürgerkrieg in Kroatien (1991-1995) war er einfacher Verwalter eines Materiallagers in der Nähe von Vukovar im Osten des Landes. Bei Ausbruch des Krieges wurde er schnell erster Politiker der serbischen Minderheit in dieser Region.
Die Belagerung der ostkroatischen Stadt Vukovar und das darauffolgende Massaker in einem Spital der Stadt gilts als eins der dunkelsten Kapitel aus dem Kroatien-Krieg. Unter Hadzics Kommando sollen serbische Truppen im November 1991 dort 250 Kroaten und Nicht-Serben gefoltert und getötet haben. Das Uno-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag legt ihm deshalb «Verbrechen gegen die Menschlichkeit» zur Last.
Präsident der serbischen Krajina
Von Februar 1992 bis Dezember 1993 stand er als «Präsident» an der Spitze der so genannten «Republik Serbische Krajina», dem von Kroatien abgespaltenen Gebiet der serbischen Minderheit.
Hadzic wird von den heimischen Medien als sehr reich beschrieben. Er habe in Kriegszeiten ein Riesenvermögen mit dem illegalen Verkauf von Heizöl und Treibstoff gemacht.
Reichtum dank Öl
In Ostkroatien, das einige Jahre unter Kontrolle von Hadzic stand, liegen kleinere Ölfelder. Allein in Novi Sad, wo sich Hadzic jahrelang aufhielt, soll er eine Villa und sechs Wohnungen besitzen.
Hadzic, der bis 2001 als Berater des Generaldirektors der serbischen Erdölindustrie arbeitete, hatte wegen dieser Behauptung die Medien auf hohes Schmerzensgeld verklagt.
Nach dem Haftbefehl des Uno-Kriegsverbrechertribunals flüchtete Hadzic und tauchte unter. Im Juli 2011 wurde er als letzter gesuchter mutmasslicher Kriegsverbrecher nördlich von Belgrad verhaftet. (inap, dpa)
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