Anklage gegen 13 mutmassliche Mafiosi
Die Bundesanwaltschaft ermittelt seit rund neun Jahren gegen die Beschuldigten. Neben Kokain- und Waffenschmuggel und weiteren Delikten wird ihnen auch Geldwäscherei vorgeworfen. Die Gruppe soll mehr als 15 Millionen Franken gewaschen haben. Bei dem Geld handelt es sich laut den Ermittlern um Kundengelder, die zwei Zürcher Finanzgesellschaften auf den Devisenmärkten anlegen sollten.
Enge Verbindungen zu anderen kalabresischen Mafia-Clans
Unter den Beschuldigten ist auch der mutmassliche Kopf des 'Ndrangheta-Ablegers in der Schweiz. Der einbürgerte Schweizer ist einschlägig vorbestraft und stammt laut Bundesanwaltschaft aus dem italienischen Ort Mesoraca, der Hochburg des 'Ndrangheta-Clans Ferrazzo. Die streng hierarchisch geführte kriminelle Vereinigung habe völlig völlig autonom aus der Schweiz heraus operiert. Sie habe aber enge Verbindungen zu anderen kalabresischen Mafia-Clans gehabt, namentlich dem Ferrazzo-Clan.
Weitere 'Ndrangheta-Ableger in der Schweiz vermutet
Die Strafuntersuchung war Ende 2002 nach einem Informationsersuchen der Antimafiabehörde in Rom ausgelöst worden. Beteiligt waren neben der Bundesanwaltschaft die Bundeskriminalpolizei sowie die Strafverfolgungsbehörden aus Zürich, dem Tessin und Italien. Die Strafbehörden des Bundes warnen seit Jahren, dass die italienische Mafia ihre Präsenz in der Schweiz ausbaut. Einen 'Ndrangheta-Ableger vermuteten die Behörden unter anderem in Frauenfeld.
(bueb/sda)
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