UBS-Aktie legt nach Abbau-Gerüchten zu
UBS-Konzernchef Sergio Ermotti an der Pressekonferenz Ende Juli 2012. (Archiv Keystone)
Eine mögliche Verkleinerung der UBS-Investmentbank verbunden mit dem Abbau tausender Stellen beschäftigt die Börse. Die UBS-Aktie notierte bereits kurz nach Handelsbeginn am Montagmorgen über 4 Prozent, bis am Nachmittag gar um 7 Prozent im Plus.
Morgen Dienstag gibt die UBS ihre Ergebnisse für das dritte Quartal bekannt. Analysten gehen allgemein davon aus, dass die grösste Bank des Landes in den Monaten Juli bis September weiter unter den unsteten Finanzmärkten gelitten hat. Dies trifft die Kernsparten Vermögensverwaltung und Investmentbank gleichermassen.
Angst vor Verlusten
Ende Juli hatte Konzernchef Sergio Ermotti gesagt, die reichen Kunden seien «gelähmt» von der Angst, an den Finanzmärkten Geld zu verlieren und gäben der Bank daher weniger Handelsaufträge. Daran dürfte sich in den Herbst hinein nicht viel geändert haben. Die Investmentbank wiederum steht im Gegenwind der Schuldenkrise und hatte zuletzt Mühe, stabile Erträge zu liefern.
Vor allem aber könnte Ermotti das UBS-Investmentbanking weiter verkleinern, so die Spekulationen von Medien mehrerer Länder in den letzten Tagen. Es ist vom Abbau von bis zu 10'000 Stellen in der aktuell etwa 63'000 Mitarbeiter zählenden Bank die Rede. Hauptleidtragende dürften Investmentbanker und Informatiker sein.
Investmentbank bereits verkleinert
Mitte November 2011 hatte Ermotti bereits eine Verkleinerung der Investmentsparte angekündigt. Die Vermögensverwaltung für reiche Kunden auf der ganzen Welt soll demnach das Hauptgeschäft der Grossbank werden. Die Investmentbank, deren traditionelle Kunden Grossanleger und Unternehmen sind, soll ihr Anlagegeschäft stärker auf die Bedürfnisse der Privatkunden ausrichten.
Experten können sich eine weitere radikale Schrumpfung durchaus vorstellen. Mit einer erneuten Verkleinerung der Investmentbank wäre die UBS die erste Grossbank von Weltrang, die einen solchen Schritt unternimmt, wie die Analysten der UBS-Konkurrentin Credit Suisse schreiben.
Stimmen die Berichte in der internationalen Finanzpresse, würde die UBS laut den Marktbeobachtern der US-Bank Goldman Sachs das grösste Kostensenkungsprogramm im europäischen Investmentbanking durchführen. Das würde auch bedeuten, dass die UBS «ihre Ambitionen» stark zurückfahren würde.
Teures Geschäft
Die Investmentbank braucht für ihre Finanzmarktgeschäfte vergleichsweise viel Kapital, was aber noch keine guten Erträge garantiert. Zudem sind die Gehälter der Investmentspezialisten immer noch sehr hoch. Für die Bank Sarasin wäre es deshalb im Interesse der UBS-Aktionäre, würde dieses Geschäft nochmals verkleinert.
Laut den Sarasin-Analysten erzielt die Investmentbank mit 50 Prozent des UBS-Kapitals eine Rendite von 5 Prozent. Zum Vergleich führt Sarasin an, dass die Vermögensverwaltung unter Umständen mit 8 Prozent des Kapitals eine Rendite auf den eingesetzten Mitteln von über 60 Prozent erreicht. (lin;pet, sda)
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