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  • Nur der Präsident kann Neuwahlen noch verhindern:
  • Die Schuldenkrise in Europa:
  • Beschlüsse des EU-Gipfels vom Oktober 2011:

Hintergrund: Wie funktioniert der Kredithebel?

Da die von den Euro-Staaten beschlossene Hilfssumme von 440 Milliarden Euro im EFSF zur Rettung von Euro-Krisenstaaten nicht reicht, soll der Betrag mittels eines Kredithebels («Leverage») auf 1 Billion Euro erhöht werden.

Der europäische Rettungsfonds EFSF verfügt über 440 Milliarden Euro - das ist ungefähr so viel, wie die drei Krisenstaaten Griechenland, Irland und Portugal zusammen in einem Jahr erwirtschaften.

440 Milliarden reichen nicht
Doch die benötigten Hilfen könnten ganz schnell eine völlig andere Grössenordnung erreichen: Nach Einschätzung von Finanzexperten reichen die 440 Milliarden Euro bei weitem nicht, um die Schuldenkrise nachhaltig zu lösen. Doch eine nochmalige Aufstockung des EFSF durch die Staaten ist politisch nicht durchsetzbar.

Deshalb soll die verfügbare Kreditsumme mit einem so genannten Leveraging oder Kredithebel auf 1 Billion Euro erhöht werden. Dies beschlossen die EU-Staats- und Regierungsschefs am 26. Oktober 2011.

EFSF-Geld als Versicherungs-Garantie
Der Kredithebel funktioniert so: Ein Teil der 440 Milliaden Euro des EFSF-Fonds sollen nicht mehr direkt als Kredite an Krisenstaaten vergeben werden, sondern nur noch als Sicherheit für einen Teil der Kredite von privaten Investoren eingesetzt werden.

Damit erhalten die Geldgeber, die Schuldpapiere von gefährdeten Staaten übernehmen, quasi eine Teilkasko-Versicherung auf ihrer Investition. Die Höhe der Abdeckung dürfte von Fall zu Fall unterschiedlich ausfallen und vom Markt bestimmt werden. Realistischerweise dürfte sie aber 20 bis 30 Prozent der Kreditsumme umfassen. Setzt der EFSF also 250 der 440 Milliarden Euro als Hebel ein, kann daraus rund 1 Billion an Krediten generiert werden.

Anleger müssen dem Hebel-System vertrauen
Das Ganze funktioniert aber nur, wenn die privaten Investoren daran glauben, dass die Schuldner-Staaten die Kredite auch tatsächlich zurückzahlen können oder der mögliche Kreditausfall maximal den durch den EFSF garantierten Teil betrifft.

Das sehen auch die Banken so. Vom Bundesverband deutscher Banken hiess es, der Reformdruck auf Griechenland und die anderen Krisenstaaten müsse «in vollem Umfang» aufrecht erhalten werden. Nur dann sei gewährleistet, dass die Brüsseler Beschlüsse die gewünschten Erfolge zeigten.

Mit anderen Worten: Nur wenn die Investoren (Banken, Versicherungen) darauf vertrauen, dass der steinige Weg der Schuldendsanierung auch tatsächlich weitergegangen wird, gibt es von ihnen neues Geld für Krisenstaaten. (pet, dpa)

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Beitrag aus Echo der Zeit vom Montag, 3.10.2011, 18.00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News

Dossier: Die Schuldenkrise in Europa
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