Amnesty kritisiert Obama wegen Guantánamo
Aktivisten kämpfen in London gegen das Gefangenenlager in Kuba. (Keystone)
Schliessung von Obama versprochen, aber nicht eingehalten
Ehemalige Gefangene in der Schweiz
Experte: «Guantánamo hat den USA geschadet»
Zum 10. Jahrestag der Öffnung des Gefangenenlagers Guantánamo hat Amnesty International der US-Regierung erneut Versagen bei der Wahrung der Menschenrechte vorgeworfen. Es sei eine Schande, dass in Guantánamo auf Kuba weiterhin Menschen unter Terrorverdacht ohne eine Chance auf einen fairen Prozess festgehalten würden, teilte die Menschenrechtsorganisation mit.
Zehn Jahre ohne Anklage inhaftiert
Obwohl US-Präsident Barack Obama versprochen habe, Guantánamo zu schliessen, seien dort Mitte Dezember 2011 noch immer 171 Gefangene gewesen. Mindestens 12 davon seien seit zehn Jahren dort. 11 von diesen Langzeit-Gefangenen seien noch nicht angeklagt worden.
«Menschenrechte verachtet»
«Guantánamo ist zum Symbol für zehn Jahre des Versagens der USA geworden, bei ihrer Reaktion auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 die Menschenrechte zu respektieren», erklärte der Amnesty-Experte Rob Freer. «Die US-Regierung hat seit dem ersten Tag der Guantánamo-Inhaftierungen die Menschenrechte verachtet.»
Amnesty hat nun eine Online-Petition lanciert. Die gesammelten Unterschriften will die Organisation Obama vor seiner Ansprache zur Lage der Nation am 23. Januar überreichen.
Bush der Gründer
Seit zehn Jahren halten die USA Terrorverdächtige auf ihrem Marinestützpunkt Guantánamo Bay in Kuba fest. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 hatte US-Präsident George W. Bush dort die Errichtung eines Internierungslagers angeordnet.
Die ersten Häftlinge trafen am 11. Januar 2002 auf Kuba ein. Ohne Anklage wurden sie zunächst im provisorischen «Camp X-Ray» unterbracht, das später durch den Komplex «Camp Delta» ersetzt wurde. Insgesamt wurden nahezu 800 Gefangene auf Kuba festgehalten. (fors/luek, sda/dpa)
Mehr zum Stichwort:
