700 Millionen Franken für AKW Beznau
Ein deutsches Gutachten stellt im AKW Beznau «wesentliche sicherheitstechnische Schwachstellen» fest. (Keystone)
Die Axpo möchte mit den Investitionen in der Höhe von 700 Millionen Franken verhindern, dass das AKW Beznau aus Sicherheitsgründen vom Netz gehen muss. «Wir werden alles machen, dass die Anlagen länger als 50 Jahre laufen», betonte der Axpo-Chef Manfred Thumann am Mittwoch in Döttingen. Thumann wollte allerdings keinen genauen Zeitpunkt nennen.
Neuer Reaktordeckel und erdbebensichere Stromversorgung
Bis zum Jahr 2014 will der Energiekonzern Axpo rund 700 Millionen Franken in Nachrüstungsprojekte investieren. 500 Millionen Franken kostet die autarke, erdbebensichere Notstromversorgung.
Der Ersatz der beiden Reaktordruckdeckel bedingt Investitionen von 100 Millionen Franken. Die Deckel in Beznau seien "vollständig intakt". Grund für das Auswechseln seien die Erfahrungen in anderen Anlagen auf der Welt. Die bereits bestellten Deckel sollen 2014 ersetzt werden. Für diese Arbeiten werden die Reaktoren je rund 100 Tage lang abgestellt.
Bei der laufenden Revision des Reaktors 1 war eine 10 Millimeter lange «Unregelmässigkeit» an einer Schweissnaht im Innern des Reaktordeckels entdeckt worden. Die Schweissnaht wurde verstärkt. Gemäss Axpo besteht deswegen kein Sicherheitsrisiko.
Weltweit dienstältestes AKW
Der Druckreaktor 1 ist seit 1969 am Netz. In Beznau steht damit das dienstälteste kommerzielle AKW der Welt. Der baugleiche Reaktor 2 ist seit 1972 in Betrieb. Die Leistung der beiden Reaktoren (je 365 Megawatt) sei nie erhöht worden, hielt Thumann fest.
Kritik von AKW-Gegnern
Verschiedene Umweltorganisationen, AKW-Gegner und linke Parteien kritisieren den Schritt. Sie forderten wiederholt, dass die Beznauer Reaktoren aus Sicherheitsgründen stillgelegt werden. (bras)
