340 Millionen Franken für ein neues Spital?
So soll das neue Bürgerspital Solothurn dereinst aussehen. (zvg)
Sämtliche Solothurner Parteien stellen sich hinter die Vorlage – mit Ausnahme der SVP. Sie war es auch, welche sich als einzige Partei im Parlament gegen die Vorlage gewehrt hatte. Albert Studer ist denn auch nach wie vor überzeugt: «Wir hätten die Vorlage an die Regierung zurückweisen müssen, wie die SVP dies verlangte. Da wäre sicher noch Sparpotential vorhanden.» Konkrete Sparmöglichkeiten nennt Studer jedoch keine. Für Georg Nussbaumer hingegen ist klar:«Die Vorlage wurde seriös erarbeitet, überarbeitet und gründlich von externen Spezialisten überprüft. Wenn wir weiter zuwarten, verlieren wir nur wertvolle Zeit, um uns in der Schweizerischen Spitallandschaft zu positionieren.»
Das gösste Solothurner Hochbauprojekt aller Zeiten
Mit dem Neubau des Bürgerspitals Solothurn will der Kanton die erweiterte Grundversorgung von rund 120'000 Einwohnern des Kantons sicherstellen. Das grösste Bauprojekt des Kantons passe gut in die Spitallandschaft der Nordwestschweiz, argumentieren die Befürworter. «Der Bedarf für Solothurn ist nachgewiesen», sagt Georg Nussbauemer, «selbst wenn es in der Schweiz tatsächlich einmal nur noch 50 anstelle der heute 300 Spitäler geben sollte.»
Der Behandlungstrakt und das Bettenhaus des neuen Bürgerspitals sollen bis 2019 fertiggestellt sein. Das alte Spital mit 255 Betten soll abgerissen werden. Ein Neubau kommt gemäss Studien kostengünstiger als die Gesamtsanierung.
Altes Bürgerspital ist nicht effizient genug
Das heutige Bürgerspital genügt gemäss den Befürworten den heutigen Anforderungen nicht mehr. Die verstreute Lage der Gebäude und die ungünstige Anordnung der Räume würden effiziente Betriebsabläufe verhindern.
Die historischen Altbauten des Spitals sind 80 Jahre alt. Die Neubauten, unter anderem das Bettenhochhaus und der Behandlungstrakt, wurden 1974 fertiggestellt. Mit dem neuen Bürgerspital soll es möglich sein, innerhalb von 40 Jahren rund 200 Millionen Franken Betriebskosten zu sparen, rechnen die Befürworter vor.
Viel Geld für ausserkantonale Behandlungen
Die Befürworter der Vorlage weisen auch auf die Wertschöpfung innerhalb des Kantons hin. Rund zwei Fünftel der Spitalbehandlungen der Solothurner Einwohner erfolgen derzeit nicht im Wohnkanton. Solothurn muss den Spitälern ausserhalb des Kantons deshalb rund 100 Millionen Franken pro Jahr bezahlen. Diesen Argumenten vermögen die Gegner nicht allzu viel entgegenzuhalten. Sie argumentieren immer wieder mit den Kosten und wollen das Projekt nochmals überprüfen, ihr Standpunkt ist, «dass man in der Steuerhölle Kanton Solothurn sorgfältig mit den Steuergeldern umgehen soll.»
Das neue Spital ist dafür konzipiert pro Jahr 12'000 Patienten und Patientinnen stationär und 7000 Kranke in der Tagesklinik zu behandeln. Hinzu kommen 70'000 ambulante Patienten. Rund 700 Kinder sollen jedes Jahr das Licht der Welt im neuen Bürgerspital erblicken. Der Jahresumsatz des Spitals soll sich auf 140 Millionen Franken belaufen. Mit dem Neubau würden laut den Befürwortern zudem 1000 Arbeitsplätze und 200 Ausbildungsplätze gesichert.(affa, bras, sda)
