Kathrin Stalder: «Auch die Polizei lachte»
«Die Leute haben Freude, streicheln es und reden wieder miteinander»: «Mega-Ammedyysli»-Initiantin Kathrin Stalder auf der Wettsteinbrücke (SRF)
«Dieses Projekt bringt Freude in die Stadt», sagt Stalder im Wochengast-Gespräch mit dem «Regionaljournal Basel». «Es gibt heutzutage so viel Negativschlagzeilen über Krieg, Unfrieden oder Ausländerprobleme - da braucht es doch auch einmal eine gute Nachricht. Und dieses Projekt bringt die Leute zum Schmunzeln.»
Unkomplizierte Allmendverwaltung
Das Kunst-Projekt aus Wolle ist Teil einer weltweiten Bewegung, bei der sich Menschen mit gestrickten Interventionen dieser Art jeweils im öffentlichen Raum bemerkbar machen - meist illegal. Für ihr Wettsteinbrücken-«Ammedyysli» (baseldeutsch für Pulswärmer) hat sich Kathrin Stalder aber eine Bewilligung bei der Basler Allmendverwaltung geholt. «Weil hier so viele Leute mitgestrickt hatten, fragte ich bei der Allmendverwaltung nach. Das Bewilligungsverfahren lief problemlos.»
Ein Jahr zuvor hatte die Künstlerin ein kleineres, aber ähnliches Strick-Projekt auf der Mittleren Brücke realisiert - damals noch ohne Bewilligung. «Die Polizei kam zwar schon vorbei, aber sie lachte - und das Kunstwerk blieb hängen.»
Auf das Mega-Ammedyysli habe sie bislang ausschliesslich positive Reaktionen von Einheimischen wie auch von Touristen - zumeist Gästen der Kunstmesse Art - erhalten, sagt Kathrin Stalder. Das Kunst-Projekt könnte als Foto-Sujet auch touristisch Verwendung finden, meint sie. «Ich habe bereits im Vorfeld der Aktion mit Basel Tourismus Kontakt aufgenommen, bislang aber keine Antwort bekommen.»
Wolldecken für Obdachlose
Die Installation bleibt während einiger Tage auf der Wettsteinbrücke zu sehen - wenn Wind und Wetter ihr zu arg zugesetzt haben, wird sie wieder demontiert. Danach könnte es verkauft werden - «oder wir können Wolldecken daraus fertigen und sie der Heilsarmee oder Obdachlosen übergeben», sagt Kathrin Stalder. (gw)
