Sol Gabetta: Weltstar in Olsberg
Die Cellistin Sol Gabetta in ihrem Element. Auch an ihrem eigenen Festival, dem Solsberg-Festival tritt Gabetta auf. (zvg)
Sol Gabetta kam 1981 in Cordoba, Argentinien zur Welt, als Tochter einer russischen Konzertpianistin mit französischem Pass und eines argentinischen Ökonomen mit italienischen Wurzeln. Schon als Kind verblüffte Gabetta durch ihr musikalisches Talent. Bereits als Zehnjährige gewann sie einen ersten Wettbewerb in Argentinien, dem im Laufe der Zeit weitere Preise folgten. 2008 erhielt Sol Gabetta den Aargauer Kulturpreis.
Ohne Druck der Eltern
Für Gabetta war Musizieren nie ein Zwang, auch als sie noch klein war nicht. «Ich wollte Musik spielen», sagt Sol Gabetta in einem Gespräch mit dem Regionaljournal, «meine Eltern mussten mich nie dazu zwingen. Wenn ein Kind diesen unbedingten Willen zum Üben nicht hat, wird es auch nicht weit kommen», betonte die Künstlerin, da nütze auch der Druck der Eltern nichts.
Nach ersten Erfolgen in Argentinien zog Sol Gabetta schon als Kind zusammen mit der Familie nach Europa. Zuerst nach Madrid, später nach Basel. Den internationalen Durchbruch schaffte sie 2004 bei den Luzerner Festspielen, als sie mit dem Crédit Suisse Young Artist Award ausgezeichnet wurde. Für ihre Musik wird sie seither in den Medien frenetisch gefeiert: «Wo auch immer Sol Gabettta auftritt, liegt ihr das Publikum zu Füssen», begeisterte sich ein Journalist.
Festival vor der Haustüre gegründet
Seit einigen Jahren lebt Gabetta nun in der Fricktaler Gemeinde Olsberg. Der Liebe wegen, wie sie lachend zugibt. Hier in diesem Dorf fühlt sie sich «wie in der Toscana», in einer Art «Toscana der Schweiz», präzisiert sie. Und hier in Olsberg gründete sie vor sechs Jahren auch ihr eigenes Klassikfestival. Keck setzte sie ein S vor den Ortsnamen und lädt seitdem Kollegen aus aller Welt ein, um mit ihnen beim «Solsberg Festival» zu spielen.
Sol Gabetta ist viel unterwegs, sie gibt gegen 130 Konzerte pro Jahr in den grossen Konzertsälen dieser Welt. Umso mehr freut sie sich jeweils auf die Rückkehr nach Olsberg. Hier im 350-Seelen-Dorf gefällt ihr am meisten neben der Ruhe und der Landschaft «die Grosszügigkeit der Menschen». Viele Menschen hier würden sie mit ganzem Herzen beim Festival unterstützen, erzählt sie.
Auch 2012 kommen illustre Namen nach Olsberg
Auch am Solsberg-Festival 2012 sind wieder viele bekannte Künstler wie die Geigerinnen Baiba Skride und Vilde Frang dabei, das Leipziger Streichquartett oder das Kammerorchester Basel. Veranstaltungsorte sind die Klosterkirche Olsberg und die Stadtkirche Rheinfelden. Das Festival dauert vom 15. Juni bis 29. Juni 2012. Es hat dieses Jahr neun Konzerte auf dem Programm, plus ein Konzert für Familien. (capa/meb)
