Immer mehr Berner Anbieter von Bed&Breakfast
Madeleine Kohler empfängt die Gäste im ehemaligen Kinderzimmer. (SRF)
Die Schweizer Hotels klagen über immer weniger Gäste. Nicht so die privaten Anbieter von Bed&Breakfast. Der Verband, bei dem viele B&B-Anbieter angeschlossen sind, spricht von einer «markanten» Zunahme von Logiernächte 2011 in der Schweiz. Die Zuwachsrate liege bei 9,5 Prozent.
Mit 400'000 Übernachtungen verzeichnen diese Angebote wesentlich weniger Logiernächte als die Hotels. Doch die Hotels müssen um jeden Gast kämpfen, bei Bed&Breakfast läuft es dagegen fast wie von selbst. Die B&B-Angebote sind günstiger als viele Hotels. «Das ist in Zeiten des starken Frankens für viele ein wichtiges Argument», sagt Dorette Provoost vom Verband.
Viele neue Anbieter
Auch bei Bern Tourismus fragen viele nach B&B-Angeboten. Häufig nutzen auch Personen, die geschäftlich in der Stadt sind, Bed&Breakfast. Bern Tourismus verzeichnet auch eine Zunahme von Angeboten. «Wir müssen deshalb die Angebote neu bündeln und uns überlegen, wie wir in Zukunft Bed&Breakfast vermarkten wollen», sagt Michael Keller von Bern Tourismus.
In der Region Bern stellen über 30 Haushalte ein oder mehrere Zimmer Gästen zur Verfügung. Laufend werden es mehr.
Kontakt mit vielen Gästen
In Bremgarten bei Bern empfängt die Homöopathin Madeleine Kohler seit kurzem Gäste. Das ehemalige Kinderzimmer vermietet sie aber nicht des Geldes wegen. «Ich freue mich auf spannende Kontakte.» Beim Kleezentrum bietet «Im Klee» seit eineinhalb Monaten 5 Zimmer an. «Wir sind überrascht, wie gut es anlief» sagt Manuel Gnos.
Die Bed&Breakfast-Angebote seien durchaus eine Konkurrenz, sagt Beatrice Imboden, Präsidentin des Hotelverbandes Bern-Mittelland und Hotel-Chefin der Berner Hotels Bären und Bristol. «Gerade Geschäftsleute, die in B&B-Angebote nächtigen, hätten wir auch gerne bei uns.» Doch sie gibt sich pragmatisch: «Die heutigen Gäste von Bed&Breakfast sind unsere Hotelgäste von morgen.» (pret)
