Walliser Polizeichef zurück in der Schweiz
Gegenüber der Türkei hege er keinen Groll, sagte Varone nach seiner Ankunft vor Journalisten. Er sei ein Optimist und habe immer geglaubt, bald wieder in Freiheit zu sein. Körperlich fühle er sich gut, obwohl er in den letzten Tagen nicht viel geschlafen habe. Varone dankte dem Aussendepartement EDA und der Schweizer Botschaft in der Türkei, die «sehr gute Arbeit» geleistet hätten.
Stein des Anstosses
Varone war vor fünf Tagen am Flughafen des türkischen Ferienortes festgenommen worden, als er mit seiner Familie aus den Ferien heimkehren wollte. Zöllner fanden im Gepäck einen Stein einer archäologischen Stätte. Ein Mitglied seiner Familie hatte den Stein auf einem Spaziergang eingesteckt. Varone wurde festgenommen, seine Frau und Kinder konnten in die Schweiz ausreisen.
Am Dienstag wurde der Polizeikommandant auf freien Fuss gesetzt, er muss sich aber einer Anklage wegen Verdachts auf versuchten Diebstahl von türkischen Kulturgütern stellen. Die Türkei hat sich 1983 ein Gesetz für den Schutz ihrer Kulturgüter gegeben. Wer versucht, Gegenstände historischen, kulturellen oder archäologischen Charakters auszuführen, muss demnach mit fünf bis zwölf Jahren Haft rechnen. (andj, sda)
