Baldegger- und Hallwilersee sind gesünder
Die düsteren Zeiten des Baldegger- und Hallwilersees sind vorbei. (Keystone)
Aufgrund extrem hoher Nährstoffbelastungen hatten die beiden Seen kaum noch Sauerstoff und waren am Ersticken. Es bildeten sich Teppiche von Burgunderblutalgen und ganze Fischpopulationen brachen zusammen. Ursache für den lebensbedrohenden Zustand war einerseits die Landwirtschaft mit hohen Tierbeständen, welche die Seen mit Düngstoffen belasteten. Anderseits liessen auch die Haushalte und die seit 1883 im Seetal boomende Industrie ihre Abwässer ins Wasser.
Intensivmassnahmen
Um den Kollaps der Seen abzuwenden, kamen die Seen sozusagen auf die Intensivstation mit seeinternen und seeexternen Massnahmen. Spektakulär war die Idee der künstlichen Belüftung der Seen, die 1980 aus einem Wettbewerb der Kantone Aargau und Luzern hervorging. Im Winter werden die Seen mit Druckluft zwangszirkuliert, im Sommer wird ins Tiefenwasser Reinsauerststoff eingetragen.
Über 20 Millionen Franken liess sich der Kanton Luzern die Gesundheit der Seen bis heute kosten; im Aargau hat man gegen 8 Millionen Franken bezahlt.
Man habe viel erreicht, aber man sei noch nicht am Ziel, sagte Josef Wermelinger, Präsident des Gemeindeverbandes Baldegger- und Hallwilersee gegenüber dem Regionaljournal Zentralschweiz.
Sauerstoff und Belüftung auch in der Zukunft noch nötig
Immer noch sei der Seegrund sauerstofflos. Die künstliche Zufuhr von Sauerstoff werde man vielleicht in fünf Jahren abstellen können, so Wermelinger. Die Belüftung werde hingegen wohl noch lange nötig sein, wenn die Selbstregulation der Seen wieder erreicht werden soll. Wermelinger schätzt die notwendige Zeit auf 15 Jahre.
Der Kanton Luzern wisse noch nicht, ob er die weitere Seesanierung mitfinanzieren könne. Momentan sei die Finanzlage des Kantons Luzern nicht sehr gut, so Umweltdirektor Robert Küng. Aber der Gemeindeverband Baldegger- und Hallwilersee würde vorläufig sicher weiter machen. (kp, frea, sda)
