Weniger Geld für Milchbauern in der Zentralschweiz
Für ihre vollen Milchkannen erhalten die Bauern weniger Geld. (Keystone)
Die Hochdorf Gruppe produziert Milchpulver, das zum Beispiel zu Schokolade oder Babynahrung weiter verarbeitet wird. In dieser Branche sei der Preisdruck enorm, erklärt Christoph Hug, der Mediensprecher der Hochdorf Gruppe.
International sei der Milchpulverpreis um bis zu 40 Prozent gesunken. Es bestehe die Gefahr, dass Fabrikanten, die Schokolade oder Babynahrung ins Ausland exportieren, kein Schweizer Milchpulver mehr verwenden, so Hug weiter.
Emmi muss auf Markt reagieren
Auch der Milchverarbeiter Emmi rechtfertig die Preissenkung mit der wirtschaftlichen Situation. «Die Bauern produzieren immer mehr Milch, deshalb ist die Schweiz auf den Export angewiesen. Emmi muss so kalkulieren, dass die Milchprodukte auch im Ausland zu verkaufen sind», sagt Emmi-Mediensprecherin Sybille Umiker.
Forderung nach Mengenregulierung
Emmi sei nicht alleine an der Misere schuld, so der Bauernvertreter Jakob Lütolf. Es werde schlicht zu viel Milch produziert. Deshalb fordert er eine Regulierung der Milchmenge.
«Für die Bauern ist diese erneute Preissenkung eine Katastrophe», sagt der Präsident des Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverbandes, Jakob Lütolf. Der Milchpreis sei jetzt schon auf einem historischen Tief, immer mehr Bauern kämen an den Anschlag, so Lütolf.
Zudem kritisiert er, dass die Preise der Milchprodukte in den Läden nicht tiefer werden. «Es macht den Anschein, dass sich Verarbeiter und Händler die Margen aufbessern», sagt der Bauernpräsident Jakob Lütolf gegenüber dem Regionaljournal. (eism, kp)
