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Montag, 20.8.2012

Luzerner an der Armutsgrenze um 1590 und heute

Ein neues Buch beleuchtet die Lebensumstände armer Stadtluzerner gegen Ende des 16. Jahrhunderts. Der Historiker Stefan Jäggi durchforstete Listen des damaligen Almosenrats. Dabei stiess er auf zahlreiche Erkenntnisse.

Der Autor Stefan Jäggi (links) und der Stadtluzerner Sozialdirektor Ruedi Meier präsentieren das neue Buch. (SRF)

Ende Januar 1590 verabschiedete der Luzerner Rat eine neue Almosenordnung. In den Protokollen des Almosenrats finden sich detaillierte Listen der Almosenbezüger aus den Jahren 1590 bis 1592. Sie geben Aufschluss über die sozialen, wirtschaftlichen und gesundheitlichen Lebensumstände vieler Stadtluzerner.

«Arm sein» bedeutete damals für viele Betroffene den täglichen Kampf ums Überleben. Auf der anderen Seite stand der Staat Luzern vor der Herausforderung, im Sinne des Gemeinwohles ein taugliches Fürsorgesystem zu entwickeln und zu etablieren.

Vor allem Frauen klopften bei der Kommission an
Rund 600 Personen haben in diesen Jahren Almosen beantragt. Dies geht aus einem neuen Buch hervor, dass der Historiker Stefan Jäggi verfasst hat. «Rund 90 Prozent der Gesuche stammten von Frauen», sagt Jäggi gegenüber dem Regionaljournal Zentralschweiz.
Die meisten davon seien Wittwen oder verheiratete Frauen gewesen.

Im Vergleich zur damaligen Zeit gebe es schon Unterschiede, sagt der Stadtluzerner Sozialdirektor Ruedi Meier: «Heute stammen etwa die Hälfte der Gesuche auf Sozialhilfe von Männern».  (oecc)

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Christian Oechslin


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