Leupi: «Wir haben alle drei Ziele erreicht»
Polizeivorstand Daniel Leupi zieht eine positive 1. Mai-Bilanz. (keystone)
57 Personen wurden verhaftet, viele wies die Polizei aus der Zürcher Innenstadt weg. Der typische Verhaftete ist jung (unter 25), männlich und Schweizer. Rund die Hälfte wohnt nicht im Kanton Zürich. 44 Personen sind wieder auf freiem Fuss, 13 befinden sich weiterhin in Haft wegen Gewalt und Drohnung gegen Beamte, Landfriedensbruch, Sachbeschädigung und verbotenem Waffentragen, wie die Stadtpolizei mitteilt.
Zufriedener Polizeivorstand Daniel Leupi
57 Verhaftete, das ist ein Bruchteil der 500 Festnahmen des letzten Jahres. Zudem wurde eine beginnende Nachdemo im Keim erstickt und ausser ein paar brennnenden Containern gab es kaum Sachbeschädigungen.
15 Jahre lang gehörte Krawall zum 1. Mai in Zürich dazu. «Wir hatten drei Ziele: ein friedliches Fest, keine Sachbeschädigungen und dass wieder über die Inhalte gesprochen wird. Wir haben alle drei Ziele erreicht», sagte der sehr zufriedene Polizeivorstand Daniel Leupi gegenüber dem «Regionaljournal».
Weniger Gaffer
Eine genaue Erklärung, weshalb es dieses Jahr so ruhig blieb, kann Leupi nicht liefern. Ein Faktor sei aber sicher, dass es weniger Schaulustige gegeben habe «dadurch hatten die Chaoten weniger Möglichkeiten, sich in der Menge zu verstecken.»
Hinzu komme der Internetpranger, ist Marco Cortesi von der Stadtpolizei überzeugt: «Die Leute waren sich bewusst, dass die Polizei vermehrt auch Videoteams und Fototeams einsetzt und die Leute auch an den Internetpranger stellt.» Und dies schrecke natürlich ab.
Mit grosser Präsenz und hartem Durchgreifen einen friedlichen ersten Mai durchsetzen. Heute mag dies als Erfolg gelten. Das Fernziel sei aber ein anderes, sagt Leupi: Dass es weniger Polizei braucht am 1. Mai. Vorerst bleibe dies aber Wunschdenken. (kerf, fren)
