Freie Schulwahl ab der 4. Klasse
Auch Privatschulen sollen für alle Schüler offen stehen. (Keystone)
Im Streitgespräch kreuzen Befürworter Dieter Rüttimann, Gründer der «Privaten Gesamtschule Unterstrass» und Gegner Peter Gerber, Schulleiter der Sekundarschule Bülach, im «Regionaljournal» die Klingen.
«Freie Schulwahl gefährdet Volksschule nicht»
Die freie Schulwahl führe zu mehr Demokratie und Gerechtigkeit, argumentiert Rüttimann. «Es ist ein Unding, dass Eltern kein Mitspracherecht besitzen, wo ihr Kind in die Schule geht.» Dass deswegen die Durchmischung in der traditionellen Volksschule abenehmen oder die Volksschule generell an Qualität verlieren würde, glaubt er nicht. Neuere Studien, zum Beispiel von Avenir Swiss, würden sogar belegen, dass es bei einer freien Schulwahl zu einer besseren Durchmischung kommen würde. Ausserdem glaubt er, dass der Anteil der Privatschüler höchstens von 7 auf 10 Prozent steigen würde.
«Initiative ist eine Mogelpackung»
Peter Gerber hingegen erachtet es als erwiesen, dass die freie Schulwahl einer Ghettobildung Vorschub leistet. «Die Durchmischung wird sicher nicht besser - im Gegenteil. Nur wer sich einen Überblick über die Qualität von Privatschulen verschaffen, und es sich leisten kann, schickt sein Kind in eine Privatschule.» Wer auf dem Land lebe, habe ausserdem meistens keine Wahl, wohin sein Kind in die Schule gehe. «Die Initiative ist eine Mogelpackung», hält Gerber fest. Ausserdem komme die freie Schulwahl Kanton und Gemeinden sehr viel teurer zu stehen. (simd, kerf)
