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  • Schweiz:

Freitag, 30.7.2010

Mutterschaftsurlaub: Schweiz ist Schlusslicht

In Sachen Mutterschafts- und Vaterschaftsurlaub schneidet die Schweiz im internationalen Vergleich sehr schlecht ab. Für SP-Politikerin Goll ist die Schweiz ein familienpolitisches Entwicklungsland.

Seit fünf Jahren gibt es in der ganzen Schweiz den bezahlten Mutterschaftsurlaub. 14 Wochen lang erhält eine Mutter 80 Prozent ihres Lohns. Damit liegt die Schweiz laut einer Studie des amerikanischen Center for Economic and Policy Research (CEPR) abgeschlagen auf dem drittletzten Platz.

Die Forscher untersuchten 21 Länder mit hohem Durchschnittseinkommen. Zum Vergleich: 47 Wochen mit 100 Prozent Lohn erhalten Mütter zum Bespiel in den Spitzenreiter-Ländern Deutschland und Schweden.

«Familienpolitisches Entwicklungsland»
Sogar auf dem allerletzten Platz liegt die Schweiz beim Gleichberechtigungsindex, der erfasst, ob es in einem Land einen Vaterschaftsurlaub gibt und Anreize, damit Väter Familienarbeit übernehmen.

SP-Nationalrätin Christine Goll ist über diese Resultate nicht erstaunt. Gleichstellungspolitisch und familienpolitisch sei die Schweiz ein eigentliches Entwicklungsland, sagte Goll gegenüber Schweizer Radio DRS.

So habe der Nationalrat eben erst in der Sommersession einen Vorstoss abgelehnt, der einen Mutterschaftsurlaub von 18 Wochen gefordert hatte.

Da es sehr lange gedauert habe, bis der Mutterschaftsurlaub eingeführt werden konnte, werde es bestimmt noch viel länger dauern, bis es einen Vaterschaftsurlaub oder Elternurlaub geben werde, so Goll.

Bild der Schweiz etwas verfälscht
Auch für Daniel Huber von der Fachstelle UND, einer Fachstelle für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, bräuchte es in der Schweiz unbedingt einen längeren Mutterschaftsurlaub.

Doch man dürfe nicht vergessen, dass es viele Firmen gebe, die bereits einen längeren Mutterschaftsurlaub und auch einen Vaterschaftsurlaub gewährten. Das sei in der Studie ausgeblendet worden, wodurch das Bild der Schweiz etwas verfälscht worden sei, sagte Huber gegenüber Schweizer Radio DRS.

Dennoch gebe es für die Schweizer Firmen nach wie vor viel zu tun. Dabei geht es nicht nur um Mutterschaftsurlaub, sondern auch zum Beispiel um Teilzeitarbeit, Lohngleichheit und Kinderbetreuung. (cdm/hugk)

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